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Eisenbahnen im Oldenburger Land: Aktuelles - Historie - Bahnhöfe und Anlagen - Bahnstrecken im Oldenburger Land - Alte Bähnhöfe Ruinen oder neu genutzt - Museumseisenbahnen in Nordwestdeutschland  - Interessante Links - Lokomotiven der G.O.E. - Rückblicke auf Bahnfahrten mit dem VLV - Dampfloklink 


Historie der Eisenbahn im Oldenburger Land

Am 15.07.1867 konnte die erste Eisenbahntrasse im ehemaligen Großherzogtum Oldenburg, die von Bremen nach Oldenburg führte, dem Verkehr übergeben werden, kurze Zeit später folgte auch die Verbindung nach Heppens (Wilhelmshaven). Bis es im Großherzogtum überhaupt zu diesem Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz kam, war aber ein langer Weg zurückzulegen. Vorallem das Königreich Hannover, das Oldenburg damals ganz umschloss, wusste eine Anbindung Oldenburgs lange Zeit immer wieder zu verhindern. Erst 1864 konnte ein Vertrag zwischen Oldenburg, Preußen und Bremen geschlossen werden und die eisenbahntechnische Erschließung Oldenburgs konnte beginnen. Nach 15 jährigen Ringen war das Land am Ziel, der größte Widersacher das Königreich Hannover wurde übrigens kurze Zeit später (1866) von Preußen annektiert. Da nun aber Preußen sein Interesse an einer Verbindung von Oldenburg in Richtung Westfalen verlor, verzögerte sich der geplante Bau der Südbahn. Bis zum Jahre 1876 entstanden die Hauptstrecken und ab 1883 wurde dieses Netz durch zahlreiche Nebenbahnen ergänzt. Außer den Bahnlinien der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn (G.O.E.) gab es noch verschiedene private bzw. kommunale Kleinbahnen, deren Betriebsführung in den meisten Fällen bei der G.O.E. lag. Die Oldenburgische Staatsbahn bestand bis zum 04.05.1920, dann wurden alle Länderbahnen in die neugegründete Deutsche Reichsbahn Gesellschaft (DRG) überführt. In den Grenzen der früheren G.O.E. bestand bis zum 31.12.1934 die Reichsbahndirektion Oldenburg. Nach deren Auflösung wurden die Strecken am 01.01.1935 den Direktionen Münster und Hannover zugeordnet. Nachdem die Bundesbahndirektion Münster am 31.12.1974 aufgelöst wurde gehörte das Gebiet der ehemaligen GOE vollständig zur DB-Direktion Hannover. Und auch diesmal schien man in Hannover kein allzu großes Interesse am Oldenburger Eisenbahnnetz zu haben, viele Strecken, Anlagen und Bahnhöfe verkamen und wurden abgerissen. Das die Bahnstrecke von Bremen nach Oldenburg überhaupt zwischen 1977 und 1980 elektrifiziert wurde, lag vor allem am Interesse der Bahn den Güterzugverkehr nach Nordenham mit E-Loks durchzuführen. So bekam Oldenburg auch erst Jahre nach der Elektrifizierung einen Intercityanschluss (1985). Die Strecke von Oldenburg nach Leer wurde im Laufe 1992 elektrifiziert, um den bis dahin erforderlichen zeitaufwendigen Lokwechsel zu sparen, denn auch die Emslandlinie wurde ja schon mit Strom befahren. Die geforderte Elektrifizierung nach Wilhelmshaven war lange Zeit kein Thema für die DB und ist erst wegen des Baues des Tiefwasserhafen nun aktuell im Gespräch. Am Erhalt Oldenburgs als Eisenbahnerstadt hatte die DB-Direktion Hannover wohl auch kein Interesse und so verlor Oldenburg nach und nach seine Dienststellen.

Hier ein interessanter Link zur Geschichte der GOE.  

Eine Auswahl der wichtigsten Strecken im Bereich der ehem. G.O.E. mit den entsprechenden Personenbahnhöfen finden sich nachfolgend auf dieser Seite. Kursiv sind immer die Bahnhöfe gekennzeichnet, die im Oldenburger Wanderbuch von 1951 bereits nicht mehr aufgeführt wurden, die fettgedruckten Stationen sind auch heute noch in Betrieb. Mit * gekennzeichnet sind Stationen, die erst nach 1951 eingerichtet wurden. In Klammern findet man den vorherigen Name der Station. Folgende Strecken führen auch heute noch nach Oldenburg:

Bremen HBFBremen Neustadt – Huchting(en) – HeidkrugDelmenhorstHoykenkampSchierbrokBookholzberg (bis 1937 Gruppenbühren) – HudeWüsting – Neuenwege – Oldenburg (Oldb)  HBF (Die Streckeneröffnung der 44,39 km erfolgte am 15.07.1867, zwischen 1894 - 1907 zweigleisiger Ausbau, 1980 Elektrifizierung).

Oldenburg (Oldb)  HBF  – Oldbg-Ziegelhofstrasse - Bürgerfelde – Ofenerdiek – Neusüdende – Rastede – Hahn – Jaderberg – Varel –Dangast (Dangastermoor)   – Ellenserdamm – Sande – Mariensiel – Wilhelmshaven West (Bant, Rüstringen) – Wilhelmshaven HBF (Heppens) (Streckeneröffnung am 03.09.1867; Streckenlänge: 52,38 Km, 1898 - 1908 zweigleisiger Ausbau, seit 1949 sind die Abschnitte Rastede – Hahn/O. 4,4 km und Jaderberg  –  Varel 6,4 km wieder eingleisig, der zweigleisige Ausbau hat im August 2011 begonnen, eine Elektrifizierung der Gesamtstrecke ist wegen des JadeWeser Ports geplant.)

Anfangs verkehrten täglich zwischen Bremen und Oldenburg in Personenverkehr nur 3 Zugpaare und nach Heppens zwei Zugpaare. Bis 1903 war der Personenzugverkehr von Bremen nach Oldenburg auf 10 und nach Wilhelmshaven auf 7 Zugpaare angewachsen. Im Jahre 1930 verkehrten von Oldenburg in Richtung Hude/Bremen täglich 14 und in Richtung Wilhelmshaven 9 Personenzüge

In den 30er Jahren wurde ein besonderer Vorortverkehr zwischen Oldenburg und Rastede eingerichtet, noch im Sommer 1939 befuhren werktags 6 und sonntags 2 Zugpaare dieses Nahverkehrs, Zwischenhalte gab es an den Haltepunkten Ziegelhofstraße, Bürgerfelde, Ofenerdiek und Neusüdende. (Quelle: Lührs gelbe Reise- u. Städteführer Band 15/1939; DR-Kursbuch Sommer 1939)

Im Jahre 1944 fuhren 16 Personenzüge von Oldenburg in Richtung Bremen und kamen 18 aus Bremen an. Ab Oldenburg fuhren 15 Personenzüge nach Wilhelmshaven und einer nach Rastede, 14 Personenzüge kamen aus Wilhelmshaven und einer aus Rastede in Oldenburg an. Im November 1969 gab es im Personenverkehr 28 Fahrten in Richtung Bremen und 19 in Richtung Wilhelmshaven. Im Jahre 2010 befuhren an Werktagen bis zu 43 Personenzüge die Strecke von Oldenburg in Richtung Hude/Bremen und 21 Personenzüge der Nordwestbahn (NWB) die Strecke Oldenburg - Wilhelmshaven. Seit 12.12.2010 übernahm die NWB den Personennahverkehr (Regio S Bahn) auf der Strecke Bremen - Oldenburg - Bad Zwischenahn, die DB betreibt auf der Strecke Bremen - Oldenburg - Leer weiterhin die ICE, IC und RB-Verbindungen.

Aktuelles zur Strecke Oldenburg - Wilhelmshaven 

Während des zweigleisigen Ausbaues der Bahnstrecke Oldenburg –  Wilhelmshaven werden drei Buslinien den Personentransport auf der Strecke übernehmen. Der  Schienenersatzverkehr wird seit 01.08.2011 bis voraussichtlich Ende 2012 betrieben. Neben der Buslinie, die zwischen Rastede und Wilhelmshaven verkehrt und alle Bahnstationen entlang dieser Strecke bedient, gibt es eine zweite Buslinie die als Non-Stop-Verbindung zwischen der Stadt Oldenburg und den Bahnhöfen Sande und Wilhelmshaven verkehrt. Insgesamt werden rund 30 Busse eingesetzt. Auf der Strecke Wilhelmshaven-Sande-Esens werden weiterhin die NordWest-Bahn-Züge unterwegs sein. Eine dritte Buslinie verkehrt an den Wochenenden zwischen Oldenburg und den Fähranlegern nach Spiekeroog und Langeoog.  Siehe hierzu die Informationen der Nordwestbahn. 

Oldenburg HBF – Oldbg-Ziegelhofstrasse - Wechloy - Bloh – Kayhauserfeld (um 1888 Petersfehn) – Bad ZwischenahnOcholt –Apen – Augustfehn – Stickhausen-Velde – Filsum – Nortmoor - Leer  (Streckeneröffnung am 15.06.1869; 55,01 Km) 

Leer – Ihrhove – Hilkenborg – Weener – Möhlenwarf – Bunde – Nieuweschans/NL. (Streckeneröffnung am 26.11.1876; 26,00 Km)

Im Sommer 1903 liefen im Personenverkehr 6 Zugpaare zwischen Oldenburg und Neuschanz, um 22.10 Uhr fuhr ein Zug nach Leer und um 14.03 kann ein Zug aus Norddeich in Oldenburg an. Im Jahre 1930 verkehrten auf der Strecke 10 Personenzüge, einer fuhr ab Ocholt weiter in Richtung Westerstede, die anderen 9 nach Leer, während einer davon weiter nach Emden fuhr, dampften 7 weiter nach Neuschanz (1 sogar bis Amsterdam). Im Sommer 1944 gab es auf der Strecke 11 Personenzüge 1 ab Ocholt in Richtung Friesoythe,  5 nach Neuschanz (1 weiter nach Rosendahl) und je einer nach Emden und Norden, die restlichen 3 endeten in Leer. 1969 fuhren alle 17 Züge nach Leer, davon 5 weiter nach Emden, 2 nach Norddeich und nur noch 3 nach Nieuweschans (davon 2 bis nach Groningen). Heute befahren an Werktagen 19 (13 bis Norddeich 6 bis Emden) Personenzüge, die seit 1992 elektrifizierte Strecke von Oldenburg in Richtung Leer. Seit einigen Jahren betreibt die Privatbahn Arriva auch wieder im 2-Stundentakt die Strecke von Leer nach Groningen.

Oldenburg (Oldb)  HBF – Osternburg – Krusenbusch* –  Posten 8 – SandkrugBarneführerholzHuntlosenGroßenknetenAhlhorn – Höltingshausen – Cloppenburg – Nutteln – Hemmelte – Essen (Oldb) – Brokstreek – Quakenbrück – Badbergen – Langen – Bersenbrück – Alfhausen – HesepeBramscheAchmerHalen - Osnabrück-Eversburg Osnabrück Altstadt (bis 2009 Osnabrück-Hasetor)Osnabrück HBF (Streckeneröffnung von Oldenburg bis Quakenbrück am. 15.10.1875 (62,72 Km) und bis Osnabrück am 15.11.1876 (50,40 Km).

Im Jahre 1903 verkehrten 4 Personenzüge von Oldenburg nach Osnabrück und zurück, ein Zug kam aus Quarkenbrück in Oldenburg an. 1930 fuhren auf dieser Strecke täglich  6 Personenzüge von Oldenburg nach Osnabrück, an 3 Tagen gab es einen zusätzlichen Zug nach Cloppenburg. 5 Personenzüge trafen aus Osnabrück und einer aus Quakenbrück in Oldenburg ein. Im Sommer 1939 fuhren werktags 8 Personenzugpaare täglich auf der Gesamtstrecke, ein Zugpaar nur auf den Abschnitt Oldenburg - Huntlosen, 1 Zug kam aus Quarkenbrück. Sonntag und Mittwoch hielten 2 Züge nachmittags zum Aussteigen im Barneführerholz, an den gleichen Tagen fuhr um 5.30 früh ein Zug nach Cloppenburg. Sonntags verkehrten 2 zusätzliche Zugpaare auf dem Abschnitt Oldenburg - Sandkrug. Im Jahr 1944 fuhren von den 10 Personenzügen ab Oldenburg 5 bis Osnabrück, je 1er endete in Ahlhorn, Cloppenburg und Quakenbrück, 2 bereits in Sandkrug. In Oldenburg trafen ein: 5 Züge aus Osnabrück, je einer aus Quakenbrück und Ahlhorn und 2 aus Sandkrug. Um 7.20 hielt ein Zug aus Sandkrug und um 17.49 Uhr einer in Richtung Ahlhorn am Posten 8. Im Jahre 1969 verkehrten von Oldenburg aus täglich 1 Zug bis Sandkrug, 4 bis Ahlhorn, 2 bis Cloppenburg, 2 bis Quakenbrück, 1 bis Bramsche und 7 bis Osnabrück (davon fuhren 3 weiter ins Ruhrgebiet und 1 nach Bielefeld). Bis zum 31.05.1969 fuhr ein Zugpaar werktäglich noch die Strecke Oldenburg - Quarkenbrück - Fürstenau - Rheine- Duisburg, ab 01.06.1969 über Osnabrück nach Duisburg. Speziell für Bundeswehrangehörige war der in den 80ern Freitagnachmittags von Wilhelmshaven über Oldenburg und Osnabrück nach Mönchengladbach verkehrende Schnellzug gedacht , der in der Nacht von Sonntag auf Montag von dort wieder nach WHV zurückfuhr. Zwischen Oldenburg und Osnabrück hielt er nur in Ahlhorn. Heutzutage verkehren 21 Züge der NWB zwischen Oldenburg und Osnabrück.

Der Bahnhof Huntlosen feierte 1986 Jubiläum,auch Herzog Anton Günther von Oldenburg der Enkel des letzten Großherzog nahm daran teil.


Im Jahre 2011 hat sich auch in Huntlosen einiges verändert. Das Bahnhofsgebäude ist heute eine Gaststätte. Fotos:©Stolle

Über 10 Jahre Nordwestbahn in Oldenburg

In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts war im Oldenburger Land vom einst dichtesten Bahnstreckennetz Deutschlands nicht mehr viel übrig geblieben. Und auch um die Strecken Delmenhorst - Hesepe, Esens – Sande und sogar Oldenburg – Osnabrück sah es düster aus.  Als dann die Nordwestbahn (NWB) am 5. November 2000 mit 16 Triebwagen auf diesen Nahverkehrsstrecken den Betrieb aufnahm, ahnte niemand wie sich das Modell entwickeln würde. Seither haben sich die Fahrgastzahlen verdreifacht, heute unterhält die Nordwestbahn 140 Fahrzeuge und beschäftigt 650 Mitarbeiter. Die Nordwestbahn fährt auf über 1.300 Kilometern Netzlänge mit täglich rund 12 000 Fahrgästen von Osnabrück nach Wilhelmshaven bzw. nach Bremen. Mehr als acht Millionen Nordwestbahnfahrer schlagen heute im Vergleich zum Startjahr 2000 (2,8 Millionen) zu Buche. Auch die NWZ und andere berichteten darüber.

Seit 12.12.2010 betreibt die NWB auch die Regio S Bahn, die im Oldenburger Land auf den Strecken Bad Zwischenahn - Oldenburg - Bremen und Bremen - Hude - Nordenham verkehrt.

BAHNHÖFE IN DER STADT OLDENBURG (und der ehem. Gem. Eversten)

In Laufe der Zeit gab es eigentlich vier verschiedene Bahnhofsgebäude für die Hauptstation in Oldenburg, denn als 1867 die Eisenbahnlinie Bremen – Oldenburg – Heppens eröffnet wurde, war das erste Bahnabfertigunggebäude noch ein Provisorium, nur ein umfunktionierter ehemaliger Güterschuppen. Der Standort des Bahnhofs war ursprünglich westlich des Zentrums etwa in der Gegend des heutigen Cäcilienplatz geplant gewesen, letztendlich entschied man sich jedoch für den noch heute genutzten Standort.

Centralbahnhof Oldenburg

Erst am 21.Mai 1879 konnte das vom Architekten Conrad Wilhelm Hase entworfene Gebäude des Oldenburger Centralbahnhofs in Betrieb genommen werden. Das backstein-gotische Gebäude erwies sich jedoch als Fehlplanung und wurde bereits 1912 wieder abgerissen. Bis zur Fertigstellung des neuen Bahnhofs gab es dann ein behelfsmäßiges Empfangsgebäude, das somit das dritte Bahnhofsgebäude war.

Der Oldenburger Hauptbahnhof Ende der 60er Jahre.                              ©Alfred Stolle  

Die Bahnsteighallen im Mai 2009, mit Entlüftungsrohre für die Straßenunterführung. ©2009 Klaus-D.Stolle 

Hauptbahnhof Oldenburg

Trotz des Ausbruchs des 1. Weltkrieges konnte der nach Plänen des Architekten Mettegang seit 1911 in Bau befindliche Jugenstil-Bahnhof 1915 fertiggestellt werden und ging in der Nacht zum 03.08.1915 ohne offizielle Feierlichkeiten in Betrieb. Der Bahnhof besaß übrigens auch einen separaten Fürstenbahnhof für die großherzogliche Familie. Die Gleise waren nun durchgängig befahrbar, so dass das bisherige notwendige Umsteigen für Weiterfahrten über Oldenburg hinaus entfiel, man hatte auch den Gleiskörper um 3,25 m höher gelegt, die Bahnsteighalle wird seitdem von drei Rundbögen überdacht. Am 21. April 1945 wurden die Fassade des Bahnhofsgebäudes und die Bahnsteighalle während eines Bombenangriffs stark beschädigt, der Personenzugverkehr war aber in Oldenburg bereits am  01.04.1945 eingestellt worden. Die Kriegsschäden am Hauptbahnhof waren noch lange sichtbar, da erst Ende der fünfziger Jahre die Wiederinstandsetzung erfolgte.

Die Eisenbahnbrücke über die Hunte, die im April 1945 durch die Wehrmacht gesprengt worden war, konnte bereits bis Ende August wieder provisorisch hergestellt werden, so dass ein direkter Zugverkehr vom Hauptbahnhof nach Osnabrück wieder möglich war. Am 30.08.1945 verkehrten laut Angaben der Nordwest-Nachrichten von und ab Oldenburg HBF bereits wieder 7 Zugpaare, teilweise als kombinierte Personen-/Güterzüge. Nur einer davon verkehrte täglich (Richtung Osnabrück), die anderen Züge fuhren nur werktags, und der Zug von und nach Edewechterdamm verkehrte nur Mo/Mi/Sa. Im September fuhr werktäglich ein Zug von Ocholt aus über Westerstede – Bockhorn – Varel nach Oldenburg und zurück, die Strecke Bad Zwischenahn – Ocholt konnte erst im Spätsommer wieder von Zügen befahren werden und nach achtmonatiger Unterbrechung war die gesamte Eisenbahnverbindung Oldenburg - Leer wieder hergestellt, wie die Nordwest-Nachrichten am 08.11.1945 vermeldeten. Im Februar 1946 verkehrte werktäglich morgens und abends je ein Zugpaar auf dieser Strecke, währenddie Züge aus Leer nur knapp 2 Stunden für die Strecke benötigten, lag dieFahrzeit von Oldenburg aus nach Leer bei fast 3 Stunden. Dies lag daran, dassdie Züge aus Oldenburg erst nach über einer Stunde von Ocholt aus nach Leer weiterfuhren. In derZwischenzeit wurde eine  Abstecherfahrtnach Westerstede unternommen, Hin und Rückfahrt waren mit je 14 Minuteneingeplant und in Westerstede gab es einen 11 minütigen Aufenthalt.  In Ocholt ging es dann nach Eintreffen desGegenzuges weiter in Richtung Leer. Der Gegenzug aus Leer fuhr nach 13 bzw. 5 Minuten Aufenthalt in Ocholt weiter in Richtung Oldenburg. 

Da für die im März 1945 zerstörte Weserbrücke der Eisenbahnlinie Bremen-Oldenburg erst am 12. September 1946 eine eingleisige Notbrücke fertig gestellt wurde, war der Bremer Hauptbahnhof zunächst von Oldenburg aus nicht erreichbar. Daher fuhren die Züge nach Wiederherstellung der Brücke über die Ochtum (Oktober 1945) nur bis Bremen-Neustadt. Im Februar 1946 waren es aber lediglich drei Personenzüge (5.08, 10.50, 17.30 Uhr), die an Werktagen nach Bremen-Neustadt fuhren, die beiden letzteren kamen aus Wilhelmshaven. Die Gegenzüge trafen um 8.34, 14.44, und 20.42 Uhr in Oldenburg ein, letzterer fuhr nicht nach WHV weiter. Dafür gab es von Oldenburg noch eine Verbindung um 5.10 Uhr nach WHV, während der um 20.59 Uhr aus WHV ankommende Zug in Oldenburg endete. Um 13.20 Uhr traf noch ein Zug aus Jever in Oldenburg ein. Die Fahrzeit OL – WHV betrug damals ca. 2 Stunden, Oldenburg bis Br.-Neustadt ca. 1,5 Std.

Im Februar 1946 verkehrten an Werktagen außerdem zwei Zugpaare auf der Strecke Oldenburg - Brake und drei Zugpaare auf der Strecke Oldenburg -Osnabrück, die Fahrzeit betrug ca. 4 Std. Am Sonntag fuhr lediglich um 15.10 Uhr ein Zug von Oldenburg in Richtung Osnabrück, dessen Fahrzeit mehr als 6 Stunden dauerte. Bereits im Dezember 1945 wurde geplant ab Frühjahr 1946 zwei Eilzugverbindungen auf der Strecke Wilhelmshaven – Oldenburg - Osnabrück in Richtung Köln bzw. Hannover einzurichten.

Oldenburger HBF 1988 -Sonderzug der VLV nach Harle ©1988 K-D.Stolle

Wegen der Beseitigung der Kriegsschäden, des Kohlenmangels und Personaleinsparungen dauerte es aber noch bis 1950 um die Zugleistung von 1936 wieder zu erreichen. Die Dampfloks wurden bis Mitte der 60er im BW Oldenburg durch Dieselmaschinen ersetzt und waren danach nur noch selten im HBF zu sehen. Aber erst am 26.09.1980 fuhr der erste Planzug mit einer Elektrolok im Oldenburger Hauptbahnhof ein. Infolge der Elektrifizierung musste 1979 auch die alte eiserne Eisenbahnbrücke, die Fußwegverbindung zwischen Bahnhofsplatz und Karlstraße aus dem Jahr 1914 weichen. Als Ersatz wurde bis zum 01.Mai 1980 eine Betonbrücke erstellt über die man auch auf die Bahnsteige gelangen konnte. Die neue Elisabethbrücke wurde am 11. Dezember 2000 auf Dauer geschlossen und im Jahre 2006 abgerissen.

Nordeingang des Hauptbahnhofs in Oldenburg oben vom Willy-Brand-Platz und unten aus dem ZOB aufgenommen.              ©2009 Klaus-D.Stolle

Denn seit 2000 besitzt der HBF auch einen Nordausgang, der aber in 08/15 Bauweise entstand, auf dieser Seite, die vorher als Bahnbetriebsgelände und vom Eisenbahnausbesserungswerk genutzt wurde, liegt heute der Zentrale Omnibusbahnhof. Das gesamte Bahnhofsgebäude sowie die Bahnsteiganlagen wurden bis 2005 saniert. Alle Bahnsteige wurden mit Fahrstühlen ausgestattet, elektronischen Fahrtanzeigern wurden installiert und die Bahnsteige mit einer Blinden-Pflasterung ausgestattet. Zur Zeit ist der Hauptbahnhof die einzige Bahnstation innerhalb der Stadt Oldenburg, aber lange Zeit gab es hier noch weitere Haltepunkte.

Interessante Aufnahmen vom Bahnhofsgelände in den 60er Jahren findet man unter www.dammtorviertel.de

Ehemalige Bahnhöfe in der Stadt Oldenburg und Umzu

Heute erinnern nur noch die Namen der VWG-Haltestellen „Bahnhof Osternburg“, „Bahnhof Ofenerdiek“ oder „Bahnhof Krusenbusch“ an die Tatsache, dass es neben dem Oldenburger Hauptbahnhof bis vor 30 Jahren noch weitere Eisenbahnhaltepunkte in der Stadt Oldenburg gab. Man dachte in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sogar daran die Haltepunkte für eine Art Stadtbahn zu nutzen. Allerdings wurden nach und nach die noch vorhandenen Haltepunkte aufgegeben und die bereits vorher stillgelegten Strecken und Bahnhofsgebäude abgerissen. Aber welche Stationen gab es auf dem heutigen Gebiet der Stadt Oldenburg und der ehemaligen Landgemeinde Oldenburg (später Eversten und Ohmstede).

Haltepunkt Oldenburg Ziegelhofstraße

Der vor allen dem Ausflugverkehr im Sommer dienende Haltepunkt Ziegelhof-straße,  der mit einer Fußgänger-Überführung versehenen war, die auch den Zugang zu den zwischen den Schienen liegenden Bahnsteig ermöglichte, lag etwa in Höhe der heutigen Unterführung der Peterstraße. Das Bahngebäude war gleichzeitig Haltestelle, Schrankenwärterhaus und Fahrkartenausgabepunkt. Im Winterhalbjahr 1934/35 hielt der sonntags um 16.20 Uhr ab Oldenburg HBF nach Bad Zwischenahn verkehrende Personenzug (P249) zum Einsteigen auch an der Ziegelhofstraße. Auch im Sommer 1939 wird nur ein Zugpaar auf dieser Strecke erwähnt. Auf der Strecke Oldenburg - Wilhelmshaven dagegen hielten im Sommer 1939 7 Zugpaare (werkt. 5) am Haltepunkt Ziegelhof. In Fahrtrichtung Oldenburg war nur ein Ausstieg und in Fahrtrichtung WHV nur ein Zustieg erlaubt. 6 der Zugpaare befuhren nur den Streckenabschnitt Oldenburg - Rastede. Aus einem Stadtführer von 1938 erfährt man, dass die DR im Sommer Mittwochnachmittags Ausflugsfahrten (Kaffeefahrten) zu Ausflugsorten in der Umgebung durchführte.  Der Zeitpunkt der Aufgabe dieser Station ist mir nicht bekannt, die Gebäude und das Brückenbauwerk, die kurz vor der Teilung der Bahnstrecken in Richtung Wilhelmshaven und Leer lagen, wurden aber erst im Rahmen der Bahnhochlegung abgerissen.

Bauarbeiten an der Eisenbahnbrücke im Bereich des ehemaligen Haltepunkts Ziegelhofstraße von der Peterstraße aus gesehen Foto:©A.Stolle

Blick vom Pferdemarkt aus auf den ehemaligen Standort des Haltepunkts Ziegelhofstraße. ©2009klausdstolle

Mit der Höherlegung der Eisenbahngleise am Pferdemarkt wurde am 1963 mit einer feierlichen Grundsteinlegung begonnen, zunächst musste aber erst der Zugverkehr auf eine Umfahrungsgleise verlegt werden. Erst dann konnte mit dem Bau der Eisenbahnbrücke begonnen werden. Sie überspannt mit einer Gesamtlänge von rund 308 Metern auf 14 Pfeilerreihen bei einer Gesamtbreite von 12 Metern die vier ehemaligen Bahnübergänge von der Raiffeisenstraße bis zur Peterstraße. Mit einer Feierstunde am 25.05.1966, wurde die Hochlegung der Gleise gewürdigt, seit der Fertigstellung 1966 sorgt die Brücke dafür das es hier keine Verkehrsschlangen vor geschlossenen Bahnschranken mehr gibt.

Bahnstrecke Oldenburg - Leer

Haltepunkt Wechloy

Seit dem 12.12.2010 ist mit der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen   ein neues Kapitel im Schienennahverkehr für die Region aufgeschlagen worden, die Nordwest-Bahn lässt ihre Züge über die neuen S-Bahnstrecken Nordenham - Bremen und Bremen-Oldenburg-Bad Zwischenahn rollen.

An der Strecke Oldenburg - Leer, soll für die neue S-Bahn an der Unterführung Bäkeplacken in Oldenburg-Wechloy, ein Haltepunkt für Nahverkehrszüge eingerichtet werden. Eigentlich sollte dieser neue Haltepunkt Wechloy den  Fahrgästen bereits ab 2011 zur Verfügung stehen. Wie man aber der Ausgabe der Nordwest-Zeitung vom 11.06.2010 entnehmen konnte, wird man doch länger warten müssen. Da die Planung und der Bau des 2,41 Millionen Euro teuren Haltepunktes Wechloy unmittelbar neben der Straße Bäkeplacken noch längere Zeit in Anspruch nehmen wird, sollten hier zunächst im Frühjahr 2012 die ersten Fahrgäste aussteigen. Aber selbst dieser Termin konnte nicht eingehalten werden. Erst im Frühjahr 2013 sollen laut NWZ vom 15.06.2011 nun erst die Arbeiten am Haltepunkt beginnen, so dass die Station im Dezember 2013 in Betrieb gehen könnte. Weitere 950 .000 Euro sind für die Abstellanlagen für Autos und Fahrräder geplant. Bleibt zu hoffen, das dieses Vorhaben auch tatsächlich in nächster Zukunft verwirklicht wird.

In der Nähe an der Kreuzung der Eisenbahnstrecke Oldenburg – Leer mit der heutigen Ammerländer Heerstraße (Km 3,40) gab es bereits einmal einen Haltepunkt Wechloy. Wann dieser noch in einer Streckenbeschreibung aus dem Jahre 1915 beschriebene Haltepunkt (siehe: www.länderbahn ) aufgegeben wurde, ist mir leider nicht bekannt. Während er noch im Jahre 1917 auf der GOE-Streckenkarte verzeichnet ist, fehlt er bereits auf der letzten veröffentlichten Karte der Reichsbahndirektion Oldenburg aus dem Jahre 1934. Im ersten Fahrplan für die Strecke Oldenburg – Leer vom 15.06.1869 und auch 1888 taucht „Wechloy“ noch nicht als Station auf, aber eine Eisenbahnkarte von 1892 erwähnt bereits die Station, in unmittelbarer Nähe des nur dem Personenverkehr dienenden Haltepunktes eröffnete im Jahre 1899 der Brauereibesitzer Ehlers das Restaurant „Feldschlösschen“ inmitten einer parkähnlichen Anlage. Es wurde einer der beliebtesten Ausflugziele der Oldenburger und war eventuell mit einer der Gründe für die Einrichtung dieses Haltepunktes. Vielen ist das Gebäude des „Feldschlösschen“ noch als Oldenburger Gasthausbrauerei Hengelbräu bekannt, die von 1987 bis zu einem Brand dort beheimatet war. Angeblich waren Brandschäden vom November 1998 aber so groß, um das Gebäude, das jahrelang leerstand zu erhalten, so wurde es im Jahre 2006 leider abgerissen.

Auf der Karte von 1923 ist der HP Wechloy noch verzeichnet, auf dem Bild oben rechts ist das in unmittelbarer Nähe liegende  Feldschlösschen zu sehen, das zeitweise auch den Namen Landhaus Wittekind trug. Die Nordwest-Zeitung schrieb 2006 zwar von einen Schandfleck, dass das Gebäude aber immer noch einen gewissen Charme ausstrahlte zeigt das Foto unten rechts, das ich kurz vor dem Abriss aufnahm. ©Stolle2006

Bereits seit 1848 gab es in Wechloy, die noch heute existierende Gaststätte „Zum Drögen Hasen“ und in der Nähe der Station gab es bereits um die Jahrhundertwende das Restaurant „Zur Linde“ mit Ballsaal von H.Dieks , das spätere „Krückeberg“, das vielen Oldenburgern noch als Tanzlokal bzw. als Großdisko „Scala“ ein Begriff sein dürfte. Heute befinden sich auf dem Gelände ein Supermarkt, ein Bettenhaus und ein Restaurant. Diese Ausflugziele waren wohl mit einer der Gründe für die Einrichtung dieses Haltepunktes.

Ab 1925 wurde Wechloy zeitweilig durch die Bremer Vorortbahnen (Linie 2 Oldenburg, Friedensplatz – Wehnen) erschlossen. Seit Oktober 1934 wurde die Ammerländer Heerstraße dann durch die Linie 2 Markt - Schützenweg der Oldenburger Vorortbahnen Pekol, aus der 1936 die Linie 4 Haarentorring hervorging, an das städtische Nahverkehrsnetz angebunden. Spätestens seitdem war ein Eisenbahnhaltepunkt in Wechloy überflüssig geworden. In  Fahrplänen der 30er Jahre taucht die Station nicht mehr auf.

Bahnhof Bloh

Neben Wechloy gab es auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Eversten noch den Bahnhof Bloh (km 5,99) Dieser idyllisch gelegene Bahnhof, der vor allen von den Oldenburgern für Ausflüge in den Bloher Wold mit dem seit 1870 existierenden Waldhaus Bloh genutzt wurde, wurde bereits im ersten Fahrplan der Strecke Oldenburg – Leer vom 15.06.1869 erwähnt. Um 1915 führte vom Bahnhof eine im Privatbesitz stehende hölzerne Fußgängerbrücke über die Bahnhofsgleise nach der gegenüberliegenden Gastwirtschaft. Er lag im 1924 nicht in die Stadt Oldenburg eingemeindeten Westteil der Gemeinde Eversten, aus dem zunächst die Gemeinde Ofen gebildet wurde. Nach der Auflösung der Gemeinde 1933 lag der Bahnhof in der Gemeinde Zwischenahn. Im Sommer 1939 hielten von dem im Fahrplan verzeichneten 17 Zugpaaren 11 auch in Bloh. Durch das lange Ausweichgleis an der eingleisigen Strecke behielt die Station auch nach der Aufgabe in den 50er Jahren noch einige Zeit an Bedeutung, so dass es hier noch Zughalte gab. In den 90er Jahren wurde das Bahnhofsgebäude, dass lange Zeit noch als Wohnhaus genutzt wurde endgültig abgerissen und mittlerweile wurde auch das zweite Gleis entfernt.

Bahnhof Petersfehn / Kayhauserfeld

Zur Gemeinde Eversten gehörte einst auch Petersfehn in einem Fahrplan von 1888 wird eine zwischen Bloh und Bad Zwischenahn liegende Station Petersfehn bei km 10,97 erwähnt. Diese dürfte jedoch mit der späteren Station Kayhauserfeld identisch sein, die bereits auf einer Karte von 1892 erwähnt wird. In einer Beschreibung der Bahnlinie aus dem Jahre 1915 heißt es: „Hinter Bloh beginnt die Bahn zu steigen und erreicht, durch abwechselndes Fallen und Steigen unterbrochen, beim Bahnhof Kayhauserfeld, km 10,84, ihren Höchstpunkt, +10,00, zugleich die Wasserscheide zwischen Weser und Ems.“ Im Gegensatz zu Petersfehn gehörte Kayhauserfeld bereits vor 1933 zur Gemeinde Zwischenahn und nie zu Eversten. Im Sommer 1939 hielten von dem im Fahrplan verzeichneten 17 Zugpaaren 10 in Kayhauserfeld. Heute halten übrigens schon lange keine Züge mehr in Kayhauserfeld, das Stationsgebäude ist jedoch noch erhalten.

Der Bahnhof Kayhauserfeld 2009, oben Vorderfront, unten Bahnfront, mitte Ausschnitt eines Fahrplanes von 1888 ©Stolle

Bahnstrecke Oldenburg - Wilhelmshaven

Haltepunkt Bürgerfeld

Nach dem bereits abgehandelten Haltepunkt Ziegelhofstraße folgte auf der Strecke zum Jadebusen der erst nach 1867 eingerichtete Haltepunkt Bürgerfeld. Die bis spätestens 1892 entstandene Station befand sich in der Nähe des Bahnüberganges Alexanderstraße. Während noch im Sommer 1939 von dem im Fahrplan verzeichneten 32 Zugpaaren 9 in Bürgerfelde hielten, waren es im Jahre 1944 nur noch zwei Züge in Richtung Wilhelmshaven (5.34 u. 17.24 Uhr) und ein Zug in Richtung Oldenburg (6.18 Uhr). Diese Station wird noch im Sommer 1967 im Kursbuch als Haltepunkt erwähnt, obwohl kein einziger Zughalt mehr zu verzeichnet ist. Der Haltepunkt ist aber wohl noch in den sechziger Jahren endgültig aufgegeben worden. Heute erinnert nur noch eine Straße mit Namen „Stationsweg“ an seine Existenz.

Im Jahre 1923 gab es an der Bahnstrecke nach Wilhelmshaven in Bürgerfelde nur sehr geringe Wohnbebauung

Bahnhof Ofenerdiek

Am 01.04.1924 wurde an der 1867 in Betriebe genommenen Eisenbahnstrecke Oldenburg –Wilhelmshaven der Bahnhof Ofenerdiek eröffnet, nachdem hier ein neues Wohngebiet entstanden war. Im Sommer 1939 hielten von dem im Fahrplan verzeichneten 32 Zugpaaren 17 in Ofenerdiek. Im Jahre 1966 wurde die Station in Ofenerdiek als selbständiger Bahnhof aufgelöst und in eine dem Hauptbahnhof Oldenburg untergeordnete Dienststelle umgewandelt, in der nur noch jeweils ein Fahrdienstleiter den Dienst wahrnahm. Der Bahnhof Ofenerdiek wurde im Jahre 1979 geschlossen. Heute verkehrt auf der Bahnstrecke die Nordwest Bahn, aber mit einer Wiedereröffnung des Bahnhofes in Ofenerdiek ist wohl nicht zu rechnen. Südlich des Bahnhofs gab es noch eine Abzweigung einer Strecke die auf das Gelände des Fliegerhorstes führte.

Das ehemalige Stationsgebäude Ofenerdiek im Juni 2009 Fotos: ©Stolle

Bahnstrecke Oldenburg - Osnabrück

Zentralviehmarkt (Eisenbahnanschluss)

Für den am 14. September 1926 eröffnete Zentralviehmarkt an der Ulmenstraße hatte man einen Eisenbahnanschluss geschaffen. Auf dem an der heutigen Dragonerstraße liegenden Gelände befanden sich ursprünglich die Stallungen für das Dragonerregiment befunden. Etwa an der heutigen Einmündung der Straße Plaggenhau in den Schiebenkamp lag der Abzweig der Strecke zum Zentralviehmarkt. Bereits am 30.06.1934 hörte der Geschäftsbetrieb auf, da das Gelände von der Stadt an den Fiskus des Reichs verkauft wurde, der es wieder als Kasernengelände nutzen wollte. Mehr zum Zentralviehmarkt erfährt man auf der Internetseite der Stadt und auf alt-oldenburg.

Bahnhof Osternburg

Der ehemalige Bahnhof Osternburg im Jahre 2009 an der Bremer Heerstraße. Das untere Bild zeigt die Ostseite des Bahnhofs, am  nun zugemauerten rechten Teil mit dem Grafitti befand sich einst ein teilverglaster Anbau. ©Stolle

Der Haltepunkt in der damals noch selbstständigen Gemeinde Osternburg wurde im Jahre 1889 an der 1875 in Betrieb genommenen Strecke Oldenburg – Osnabrück eröffnet. Im Jahre 1890 entstand für den Fahrkartenverkauf eine Bude, damals hielt am Tag 4mal ein Zug in Richtung Osnabrück und 3mal ein Zug in Richtung Oldenburg. Das Bahnhofsgebäude wurde im Jahre 1910 erbaut und lag seit der Eingemeindung Osternburgs im Jahre 1922 in der Stadt Oldenburg. Im Sommer 1939 hielten von dem im Fahrplan verzeichneten 13 Zugpaaren 10 in Osternburg. Da die Eisenbahnbrücke über die Hunte Ende April 1945 gesprengt wurde, war der Bahnhof Osternburg bis Ende August 1945 kurzzeitig Endpunkt der Osnabrücker Strecke. Am 30.05.1976 wurde der Gepäck- und Expressgutschalter geschlossen und seit dem 27.05.1979 halten in Osternburg keine Züge mehr. Zuletzt hielten werktags 13, sonnabends 10 und sonntags 4 Züge am Bahnhof Osternburg.

Bahnhof Krusenbusch/Verschiebebahnhof

In Jahre 1909 wurde die zunächst Kreuzungsbahnhof Osternburg genannte Anlage eingeschränkt in Betrieb genommen. 1911 war der Verschiebebahnhof Oldenburg (Bf Oldenburg Vbf) dann vollständig betriebsbereit. 1913 kam noch ein Güterschuppen und eine Wagennebenwerkstätte hinzu, 1917 umfasste der Betrieb 32 km Gleis, 114 Weichen, einen Lokschuppen mit 32 Ständen, zwei Drehscheiben, einen Wasserturm und sechs Stellwerke. Das nördliche Stellwerk 1 befand sich etwa an der heutigen Abzweigstelle Tweelbäke und das südliche Stellwerk 6 am Bahnübergang Sprungweg. Später entstand auch für Personenzüge am VBF Oldenburg ein Bahnsteig, denn inzwischen waren in der Nähe auch Wohnhäuser für Bahnbedienstete entstanden. Täglich fuhren auch etwa stündlich sogenannte Personalzüge vom Bahnsteig 1 des Hauptbahnhofs zum VBf Oldenburg bzw. kamen von dort aus am Bahnsteig 1 an.Nachdem die im II.Weltkrieg zerstörten Bahnanlagen wiederaufgebaut waren, wurde für den Personenverkehr 1951 der Bahn-Haltepunkt Krusenbusch in Betrieb genommen. Nachdem bereits im Jahr 1976 der Betrieb auf dem Verschiebebahnhof eingestellt worden war, erfolgte 1979 auch die Aufgabe des Haltepunkts für den Personenverkehr. Das bescheidene Empfangsgebäude an der Straße Am Schmeel wurde wie auch die meisten anderen Gebäude des Vbf abgerissen.

Erhalten ist noch das ehemalige Verwaltungsgebäude der seit 1961 Rangierbahnhof (RbF) Oldenburg genannten Anlage. ©2009Stolle

Bahnstrecke Oldenburg -Brake

Am 01.05.1896 wurde die 31,88 km lange Eisenbahnstrecke von Oldenburg nach Brake, die im Volksmund wegen des Untergrundes auch „Gummibahn“ genannt wurde eröffnet. Eine besondere wirtschaftliche Bedeutung hat die Eisenbahnlinie aber nie erreicht. Es fuhren in den besten Jahren täglich fünf Personen- und zwei Güterzüge in beide Richtungen. Laut dem Fahrplan von 1930 fuhren die Züge alle in Oldenburg vom Bahnsteig 4 ab und kamen dort auch an. Die Ankunftzeiten in Oldenburg waren damals 7.38, 11.33, 14,27, 18.33 und 21.41; Abfahrzeiten in Oldenburg waren um 8.15, 11.30 (nach Nordenham), 15.18, 19.19 und 22.53 Uhr. Die Bahnstrecke hatte folgende Stationen.

Oldenburg (Oldb)  HBF – Ohmstede – Etzhorn –Haltepunkt  Ipwege – Loy – Großenmeer – Oldenbrok – Strückhausen – Ovelgönne – Brake

Der Bahnhof Ohmstede, der nahezu baugleich mit dem Bahnhof Loy war, der heute noch steht, hatte als Besonderheit offene Warteräume, die erst später zugebaut wurden. In dem besten Jahr (1910) wurden immerhin zirka 23 500 Fahrkarten in Ohmstede verkauft. Kurz vor der Gabelung Butjadinger Straße/Elsflether Straße führte ein Weg in südlicher Richtung von der Donnerschweer Straße zum Bahnhof, leider wurde das Stationsgebäude abgerissen. 

Das baugleiche Bahnhofsgebäude von Loy ist heute noch erhalten.     ©2009 Heiner Stolle

Der Bahnhof Etzhorn mit Fahrkartenausgabe, Güterabfertigung und einer Bahnhofsgaststätte lag am Ende der heutigen Kornstraße. Der obere Teil des Bahnhofs war mit Holz verkleidet und mit einem blauen Anstrich versehen.  dadurch verstärkt der Witterung ausgesetzt.1961 wurde der Reiseverkehr und 1976 der Güterverkehr eingestellt. Die Strecke war unrentabel geworden. Der Bahnhof wurde in den siebziger Jahren ebenfalls abgerissen. 

Nur eine Schau-tafel erinnert noch an den Bahnhof Etzhorn, der auf dem freien Platz (kleines Bild) stand.              ©2009 Heiner Stolle

Der Bahnhof in Großenmeer an der Braker Bahn hat Ähnlichkeit mit dem Stationsgebäude in Etzhorn. Fotos:©1986 Klaus-D.Stolle

Erwähnt werden soll hier auch noch der zwischen Etzhorn und Loy liegende Haltepunkt Ipwege, dieser gehörte zum nördlichen Bereich der Gemeinde Ohmstede und befand sich östlich der Ortschaft Wahnbek, seit 1933 gehörte dieser Haltpunkt zur Gemeinde Rastede. 

Nachdem Anfang September 1945 die zerstörte Eisenbahnbrücke bei Großenmeer wiederhergestellt war konnte der Zugverkehr nach Brake zunächst von Oldenburg aus wiederaufgenommen werden. Erst im Spätherbst 1945 war Brake auch wieder von Hude aus erreichbar, nachdem anstelle der zerstörten Huntebrücke bei Elsfleth dort eine Behelfsbrücke errichtet war. Der Personenverkehr auf der Strecke Oldenburg - Brake wurde am 30. September 1961 und der regelmäßige Güterverkehr 1962 eingestellt, danach fanden nur noch gelegentlich Übergabefahrten statt. In den 70er Jahren wurde die Strecke als Ausweichstrecke genutzt, da 1972 wegen Bauarbeiten die Huntebrücke der Strecke Hude - Nordenham gesperrt werden musste. Als 1976 dann die Gleise zwischen Hude und Brake erneuert wurden, liefen die Erzzüge von Nordenham-Blexen über Brake - Großenmeer - Oldenburg weiter Richtung Bremen, ca. 60 Züge pro Tag rollten über die Strecke. Kurze Zeit später wurde der Streckenabschnitt zwischen Oldenburg-Etzhorn und Loy infolge des Autobahnneubaues abgebaut. Am 01.04.1998 wurde der endgültige Rückbau der Strecke verfügt.

Als Quelle für die Geschichte der Oldenburger Bahnhöfe diente mir vor allen das Buch von Peter Löffler „Die Eisenbahn in Oldenburg“ aus dem Jahr 1999, erschienen in EK-Verlag Freiburg. Bilder von den Oldenburger Bahnhöfen findet man unter  www.alt-oldenburg.de/.

Bahnstrecke Oldenburg - Bremen

Aber auch an der Strecke Oldenburg - Bremen gab es bis 1967 noch einen Haltepunkt auf stadtoldenburger Gebiet.

Haltepunkt  Neuenwege

Der Haltepunkt Neuenwege lag 4,51 km vom Oldenburger Hauptbahnhof entfernt und war von 1895 bis in den sechziger Jahren der erste Haltepunkt für Nahverkehrszüge nach Verlassen des Hauptbahnhofs. Im Sommer 1939 hielten von dem im Fahrplan verzeichneten 28 Zugpaaren lediglich 5 in Neuenwege. Im Kursbuch Winter 1966/67 der bis zum 27.05.1967 galt, erschien die Station zum letzten Mal, damals hielt in Richtung Bremen um 13.24 und 17.52 Uhr und in Richtung Oldenburg um 7.11 und 14.19 Uhr noch ein Zug in Neuenwege. Im folgenden Kursbuch Sommer 1967 war dieser Haltepunkt bereits nicht mehr verzeichnet.

Eine Karte aus dem Jahre 1923 zeigt den Haltepunkt in Neuenwege

Der ehemalige Wasserturm der DB am Stau in Oldenburg konnte vor dem Abriss bewahrt werden. Die Aufnahme mit Blick durch die Eisenbahnbrücke in Richtung Innenstadt entstand im Jahre 2010.©Foto Heiner Stolle

Bahnhöfe im Landkreis Oldenburg

Bahnhof Wüsting

Im Sommer 1939 hielten von dem im Fahrplan verzeichneten 26 Zugpaaren 11 in Wüsting. Auch nach dem 2. Weltkrieg hielten hier noch jahrelang  Personenzüge, bis der Bahnhof im Jahre 1978 für den Personenverkehr geschlossen wurde.

Im Jahre 1867 wurde die Eisenbahnstrecke Bremen-Oldenburg eröffnet und der zwischen Oldenburg und Hude liegende Ort Wüsting erhielt einen Bahnhof. Foto:©Heiner Stolle

Nach langen Bemühungen entstanden im Jahre 2006 unmittelbar an den Bahnübergang angrenzend zwei neue Bahnsteige von je 210 Metern Länge und einer Höhe von 76 Zentimeter entstanden. Diese Bahnsteige bieten so Platz für Züge mit bis zu sieben Wagen. Die Bahnsteige sind barrierefrei über Rampen erreichbar. Taktile Blindenleitstreifen im Bahnsteigbelag ermöglichen auch sehbehinderten Fahrgästen eine sichere Orientierung. Die Bahnsteige wurden mit transparenten Wartehäuschen, einem modernen Wegeleitsystem, freundlicher Beleuchtung und neuen Informationsvitrinen ausgestattet. Die Kosten von rund 1,4 Millionen Euro für den Bau der neuen Station werden aus dem Investitionsprogramm „Niedersachsen ist am Zug!“ des Landes Niedersachsen und der Deutschen Bahn finanziert. Seit dem 10. Dezember 2006 halten wieder zwischen 4.17 Uhr morgens und 1.13 Uhr nachts jeweils 22 Regionalzüge nach Oldenburg und in Richtung Bremen am Bahnhof Wüsting. Nach 28 Jahren Unterbrechung wurde der Bahnhof wieder in Betrieb genommen.

Bahnhof Hude

Das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs Hude wurde im Jahre 1867 erbaut, neben dem Güterschuppen entstanden nach und nach ein Lokschuppen mit Drehscheibe, eine Wasserstation, ein Wasserturm (um 1910)  sowie eine Reparaturwerkstatt. Zwischen den Bahnstrecken Bremen – Oldenburg und der Strecke nach Nordenham (Blexen) gelegen, hatte das Huder Bahnhofsgebäude eine ungewöhnliche Form. Die nach beiden Seiten gleichwertig gestaltete Fassade sorgte dafür, dass der Bahnhof als Bindeglied zwischen den durch die Schienen getrennten Ortsteilen diente.

Im Jahre 2009 ist von den auf dem  Foto aus den 60er Jahren zu sehenden Gebäuden nur noch das zwischen dem Empfangsgebäude und dem Wasserturm liegende Betriebsgebäude erhalten geblieben. Dort war nach der Aufgabe des Hauptgebäudes zeitweilig die Fahrkartenausgabe untergebracht. Heute sind die eingeschlagenen
Türen und Fenster zugenagelt.


Fotos: ©Stolle

Bei Kriegsende 1945 wurden zwei Eisenbahnbrücken in Hude von deutschen Truppen gesprengt, daher war die Strecke von Oldenburg bis Bremen-Neustadt erst wieder befahrbar, nachdem im Sommer 1945 die beiden Straßen-unterführungen zugeschüttet wurden und auf dem Damm neue Schienen verlegt waren. Erst 1949 wurde diese „Teilung“ Hudes wieder beseitigt, nachdem man für die Straßen Vielstedt -Hude und Oldenburg/Bremen nach Hude/Berne neue Straßenunterführungen schaffte.

Bereits 1968 erfolgte der Abriss des Wasserturms. In den Folgejahren ließ die Bahn auch das Empfangsgebäude des Bahnhofs, der einst zu den schönsten und größten in Nordwestdeutschland zählte verkommen. Zunächst wurden Bahnhofsanlagen abgebaut, um den Fußgänger- und Radfahrertunnel zu realisieren, der die im März 1980 abgerissene Fußgängerbrücke ersetzte. Bereits im September 1988 hatte die Bundesbahndirektion in Hannover mit einem Planfeststellungsbeschluss den Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes verfügt. Dagegen gab es zahlreiche Einwände von Gemeinde, Landkreis, des „Förderkreis Bahnhof Hude“, der AGfH sowie des Gewerbe- und Verkehrsverein. Nachdem 1993 das Bundesverwaltungsgericht in Berlin den Abrissbeschluss bestätigte rollten die Abrissbagger an. Hude verlor seine symbolische Mitte und die „Keimzelle“ der Ortsgeschichte. Die NWZ berichtete das der Beginn der Abrissarbeiten  von einem großen Polizeiaufgebot begleitet gewesen war, doch die erwarteten Demonstranten blieben damals aus.

Im Jahr 1986 war der alte Bahnhof in Hude bereits vernagelt. ©Klaus-D.Stolle


Der ehemalige Bahnhof in Blexen ist einer der schönsten Stationen im Oldenburger Land und überstand die Abrisswut der DB. Einst war er Endpunkt der Strecke aus Hude.

Der Wasserturm am Stau

Der Wasserturm am Bahnhof Hude ist aber nicht der einzige im Oldenburger Land, der im Laufe der Jahre von der Bahn abgerissen wurde. Genannt sind hier nur der Wasserturm am Verschiebebahnhof Oldenburg oder der auf dem ehemaligen AW-Gelände am Oldenburger Hauptbahnhof. Und auch der Wasserturm am Stau hätte fast die Abreisswut der DB nicht überlebt.

Der im Jahre 1908 in Auftrag gegeben 33 Meter hohe Wasserturm in Oldenburg am Stau, direkt an der Eisenbahnbrücke wurde 1909 in Betrieb genommen. Im Jahre 1987 sollte auch dieser Wasserturm abgerissen werden. Die weisse Ummantelung und das Dach waren bereits entfernt worden. Dank des Einsatzes eines Vereins, der sich für die Erhaltung des Wasserturmes einsetzte, konnte jedoch der Abriss verhindert werden und beheimatet heute ein Architekurbüro  . So konnte dieses Industriedenkmal 2009 seinen 100sten Geburtstag feiern.

Auch das alte Stellwerk in Ahlhorn an der Vechtaer Straße eine Kombination aus Stellwerk und Wasserturm und in dieser Region einmalig, ist nun nachdem es lange Jahre leerstand und vom Abbruch bedroht war unter Denkmalschutz gestellt worden, wie der NWZ zu entnehmen war. Somit entgeht er dem Schicksal vieler Wassertürme der Bahn, die in den letzten Jahrzehnten verschwanden.

Bahnstrecken im Oldenburger Land

Landkreis Oldenburg / Wesermarsch / Vechta

Bahnstrecke Hude - Nordenham - Blexen

Die Streckeneröffnung Hude bis Brake erfolgte am 01.01.1873 (25,53 km), bis Nordenham am 15.10.1875 (18,12 Km) und bis Blexen am 10.04.1905  (6,57 Km). Die Personenzüge auf der Strecke Bremen - Hude - Nordenham verkehren heutzutage im Stundentakt (ca. 16 Fahrten pro Tag).

Die 50 km lange Strecke Hude - Blexen hatte einst folgende Stationen: Hude – Neuenkop – BerneElsfleth – Hammelwarden – Haltepunkt  Kirchhammelwarden – Brake - Golzwarden – Sürwürden – Rodenkirchen (Oldb)  – KleinensielNordenham – Kabelstraße – Friedrich-August-Hütte – Werftstraße – Einswarden - Blexen.

Butjadinger Eisenbahn Nordenham - Eckwarderhörne

Bereits 1906 wurde der Bau dieser Strecke beschlossen, nachdem man sich über den Verlauf der Strecke geeinigt hatte begann man am 01.06.1907 mit den Bauarbeiten. Die Butjadinger Eisenbahn nahm am 15.08.1908 zwischen Nordenham und Stollham (9,7 km) den Betrieb auf. Bereits am 18.09.1908 konnte der 7,3 km lange Abschnitt bis Burhave in Betrieb genommen werden. Es folgten die Abschnitte Burhave – Eckwarden (10,9 km) am 01.07. 1909 und schließlich am 01.08.1909 die 2,2 km lange Reststrecke nach Eckwarderhörn. Eigentümer war der Amtsverband Butjadingen, ab 1933 der Kreis Wesermarsch. Ein wirtschaftlicher Fehler für diese Privatbahn blieb aber wohl die Tatsache das die Strecke nicht nach Blexen führte und somit nicht die Fähranbindung über die Weser genutzt werden konnte. Der Personenverkehr wurde am 08.07.1956 eingestellt. Der Güterverkehr wurde am 08.10.1956 von der Deutschen Bundesbahn übernommen. Nachdem der Abschnitt Eckwarden – Stollham bereits 1959 eingestellt wurde, folgte 1965 der Abschnitt bis Abbehausen und 1968 schließlich die Gesamteinstellung. Daten über die Strecke findet man auch unter diesem Link.

Eine wichtige Einnahmequelle des Butjenters bis 1951 war auch der Postverkehr wie man in einm Bericht der NWZ nachlesen kann. Weitere interessante Berichte zur Bahn veröffentlichte die NWZ über Ereignisse in den Jahren 1946 und  1953 

Stationen: Nordenham - Ellwürden - Abbehausen - Moorsee - Stollhamm - Mitteldeich - Burhave - Langwarden - Ruhwarden - Tossens - Eckwarden - Eckwarderhörne.

Bahnstrecke Delmenhorst - Vechta - Hesepe

Am 01.05.2008 wurde die 48,13 Km lange Bahnstrecke Delmenhorst - Vechta bereits 110 Jahre alt.  Im Jahre 1898 erfolgte die Eröffnung, während der Streckenabschnitt von Vechta nach Lohne noch 10 Jahre älter ist. Bereits am 01.09.1888 erfolgte die Eröffnung der 7,78 Km langen Strecke, damals aber als Verlängerung, der heute nicht mehr existierenden 20,30 Km langen Bahnstrecke Ahlhorn – Vechta, die bereits am 01.10.1885 entstanden war. Die Verbindung zwischen Lohne und der Bahnstrecke Oldenburg – Osnabrück wurde erst am 01.05.1900 hergestellt. Nachdem die 22,32 Km lange Verbindung Lohne bis Neuenkirchen bereits am 01.11.1899 in Betrieb genommen werden konnte, war der 10,21 Km lange Abschnitt bis Hesepe erst im Mai 1900 fertiggestellt. Zeitgleich wurde damals auch die 7,29 Km lange Strecke Holdorf nach Damme in Betrieb genommen, die heutzutage aber nicht mehr existiert. Dagegen konnte die Einstellung des Eisenbahnverkehrs auf der Strecke zwischen Delmenhorst und Hesepe verhindert werden, heute pendelt hier die Nordwestbahn stündlich zwischen Bremen und Osnabrück. Nur die fett gedruckten Stationen sind heute noch in Betrieb:

Stationen: Delmenhorst – Dwoberg – Ganderkesee – Immer – BrettdorfDötlingenWildeshausen -  Düngstrup – RechterfeldGoldenstedtLutten – Holzhausen – Vechta-Falkenrott – Vechta – Krimpenfort – Lohne (Oldb)Mühlen (Oldb)Steinfeld (Oldb) Holdorf (Oldb)– Nellinghof – Neunkirchen(Oldb)Rieste - HesepeBramscheAchmerHalen - Osnabrück-Eversburg – Osnabrück-HasetorOsnabrück HBF

Der Bahnhof Ganderkesee in den 60er Jahren Fotos:©Stolle

Schienenbus in Ganderkesse um 1965 - Bahnhofsgebäude in Ganderkesee 2011

Im Bahnhof von Ganderkesee ist heute eine Gaststätte untergebracht, siehe dazu auch einen aktuellen Bericht aus der NWZ. Auch über einen Ziegelstein der dem im Jahre 1945 zerstörten alten Bahnhof entstammt und der in den neuen Bahnhof eingemauert wurde, findet sich etwas im Internet .

Kleines Foto: Bf Ganderkesee vor 1945








Vorderansicht des Bahnhofsgebäudes 2011

Die Station Immer ist dagegen längst Geschichte, der Haltepunkt wurde aufgegeben und das Bahnhofsgebäude abgerissen. Die Strecke die sich hinter der grünen Hecke verbirgt ist dort nur noch einspurig.










Bahnhof Immer 60er Jahre



















Gleiche Stelle im Jahre 2011

Fotos: Stolle

LK Friesland / Stadt Wilhelmshaven

Sande – Sanderbusch – Ostiem - Schortens-Heidmühle – Siebethshaus - Jever – Vereinigung – Asel - Wittmund  - Blersum - Burhafe - Stedesdorf - Esens (Ostfriesl.) – Holtgast -Fulkum - Roggenstede - Dornum - Westerende - Hage - Norden. Die Streckeneröffnung bis Jever erfolgte am 01.09.1871 (19,96) und bis zur Landesgrenze in der Nähe von Wittmund am 15.06.1883 (3,10 Km).

Von Jever führte seit dem 01.09.1888 die im Jahre 1989 endgültig stillgelegte Strecke zum Anleger in Harle, nach 1968 fuhren auf der Strecke aber nur noch bis 1987 die Tidezüge ohne Zwischenhalte, danach gab es bis 1989 nur noch Sonderfahrten nach Harle. Die Strecke hatte ursprünglich folgende Stationen: 
 Jever – Wiefels – Bussenhausen – Tettens – Hohenkirchen – Garms – Carolinensiel (bis 1890) – Harlesiel (ab 1890). Auch wenn die Strecke längst Geschichte ist, die Fähren von Harlesiel nach Wangerooge werden auch heute noch wie auch die Inselbahn von der DB betrieben.

Bahnhof Wangerooge

Bf Wangerooge im Mai 2010, Fotos: ©klausdstolle

Der 1905 begonnene und im Jahre 1906 fertiggestellte, repräsentative denkmal­geschützte Bahnhof Wangerooge aus Backstein mit großem Kuppelwalmdach und Uhrenturm wurde 2003 umfassend restauriert und modernisiert. Es ist gelungen, den historischen Teil der Fassade originalgetreu wiederherzustellen und gleichzeitig das Innere des Bahnhofs an die Anforderungen eines modernen Servicebetriebes anzupassen. Am Beginn der stand die umfangreiche Sanierung und Modernisierung des historischen Bahnhofsgebäudes mit seiner Jugendstilfassade. Im Inneren entstanden freundliche Schalterplätze und Büros, die neuen Sanitärräume sind behindertengerecht, selbst ein Wickelraum steht zur Verfügung. Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte des Inselbahnhofs: Am 03.07.1897 war nach nur dreimonatiger Bauzeit der neue Anleger und die Inselbahn der Insel Wangerooge in Betrieb genommen worden. Aufgrund des starken Verkehrsanstiegs durch den planmäßigen Verkehr über die Oststrecke ab dem Sommer 1904 war der kleine Bahnhof in der Ortsmitte nicht mehr zeitgemäß. Im September 1904 begutachtete eine Kommission der G.O.E (Großherzoglich Oldenburgische Eisenbahn) die schlechten Verhältnisse am Dorfbahnhof und entschied dessen Verlegung aus der Ortsmitte, schon aufgrund der Beschaffung neuer Personen-wagen für die Sommersaison 1905. Im Frühjahr 1905 wurde dann mit dem Bau des neuen dreigleisigen Bahnhofs unterhalb des neuen Leuchtturms begonnen. Das großzügig bemessene Bahnhofsgebäude wurde ganz im oldenburgischen Stil errichtet. Bis zum Jahr 1907 wurde noch eine zweigleisige 50 Meter lange Bahnhofshalle errichtet, die gleichzeitig als Abstellanlage für die Wagen diente. In den folgenden Jahren stiegen die Fahrgastzahlen im Bäderverkehr fast um das doppelte an, welches mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges schlagartig beendet wurde. 1919 konnte der Inselverkehr dann wieder aufgenommen werden. Die ehemalige G.O.E ging übrigens 1923 in Deutschen Reichsbahn auf. Die bisher zuständige oldenburgische Eisenbahndirektion behielt weitgehend ihre Aufgaben und ihr Streckennetz firmierte aber nun als Reichsbahndirektion Oldenburg. Offiziell unterstanden nun alle Fahrzeuge der Inselbahn dem Bw Oldenburg Hbf und für die Strecke war die Bahnmeisterei Jever zuständig. Am 25. 04.1945 flogen 480 Bomber der Royal Air Force ihren letzten Großangriff gegen Deutschland wobei auch die stark befestigte Insel außer Gefecht gesetzt werden sollte. Hierbei wurde auch die Bahnhofs- und Wagenhalle so stark zerstört das nicht wiede aufgebaut wurde. West- und Oststrecke waren ebenfalls durch zahlreiche Bombentreffer unterbrochen. Der Bahnhof wurde nach dem 2. Weltkrieg zunächst ohne Turm und das obere Stockwerk wiederaufgebaut. Die Inselbahn vom Anleger zum Bahnhof ist nach wievor in Betrieb. Um nach Wangerooge mit der Bahn zu gelangen musste man zunächst von Sande aus in Richtung Jever fahren, diese Strecke wird heute noch von der NWB befahren, sie verläuft wie folgt:

Marinebahn / Vorortbahn Wilhelmshaven

Seit 1870 verfügte die Marinewerft inWilhelmshaven über einen eigenen Bahnbetrieb, zuletzt mit einem Gleisnetz von  ca. 200 km Länge. Im Jahre 1941 erhielt dieseMarinebahn dann auch die Genehmigung zum Personenverkehr, und zwar nach Sandesowie in die nördlichen Stadtteile Altengroden, Fedderwardergroden und Voslapp.Mit fünf Lokomotiven und insgesamt 37 Personenwaggons wurden täglich bis zu30.000 Personen zu ihren Arbeitsplätzen auf dem Werftgelände transportiert.Zu ihren Glanzzeiten waren etwa 600Mitarbeiter bei der Marinebahn beschäftigt. Da die Marinebahn schon frühaus der restlichen Werftorganisation ausgegliedert wurde, blieb Sie von denDemontagen nach 1945 verschont und wurde auf Befehl der alliiertenMilitärbehörden weiter betrieben.

Denn durchdie starken Kriegsschäden war der Betrieb der Straßenbahn eingestellt worden,daher blieb neben einigen Buslinien nur die Marinebahn als einziges öffentlichesVerkehrsmittel in Wilhelmshaven bestehen. Aus der mittlerweile von der DR betreutenMarinebahn wurde im November 1949 die Vorortbahn Wilhelmshaven. Sie erhielt denStatus einer Kleinbahn und nutzte 35,83 km der Strecken aus dem früheren Schienennetzder Marinebahn. Die Bahn betrieb auf ihren Strecken einen Personen- undGüterverkehr. Seit Mitte 1948 ging der Personenverkehr aber stetig zurück, daher kaufte die Bahn 1952 eine Schienenbuseinheit VT 30 und VB 40, die täglich neunmal  zwischen den Stadtnorden und Sande verkehrten.

Mit den Ausbau des Verkehrsnetzes durchdie Stadt Wilhelmshaven wurde es für die Vorortbahn aber immer schwieriger sichzu behaupten und daher wurde 1961 der Personenverkehr eingestellt, im Jahr 1960waren noch 510.025 Personen befördert worden. Einen Eindruck darüber vermittelt auch der Fahrplan Voslapp - Sande - Mariensiel - Wilhelmshaven von 1960/61, der  im Forum Drehscheibe veröffentlicht wurde. Der Güterverkehr wurde dagegen nochweiterbetrieben, aber zum 31. Dezember 1964 erfolgte die endgültige Auflösungder Vorortbahn Wilhelmshaven. Während der Fuhrpark verkauft wurde, erfolgte nureine teilweise Stilllegung der Gleisanlagen, ein Teil wurde bvon der DeutschenBundesbahn weitergenutzt.

Fahrzeuge können bei der IEHF in Wilhelmshaven besichtigt werden.

LK Ammerland und Cloppenburg

Bahnhof (Westerstede-) Ocholt

Als die Eisenbahnstrecke Oldenburg – Leer gebaut wurde, blieb der Ort Westerstede außen vor, denn ansonsten wäre die Strecke fast 11 km länger geworden. Dafür enstand aber in Ocholt eine Bahnstation. Erst im Jahre 1876 erhielt auch Westerstede einen Bahnanschluss durch die Schmalspurstrecke nach Ocholt. Der Bahnhof Ocholt war übrigens lange Zeit ein bedeutender Kreuzungsbahnhof im Ammerland und besaß auch ein eindrucksvolles Bahnhofsgebäude. Das Gebäude, daß einst das Bild von Ocholt mit prägte, wurde leider einigen Jahren abgerissen. Die NWZ berichtete 2009 über den Bahnhof.

Bahnhof Westerstede 

Der Bahnhof Westerstede aus dem Jahre 1905 konnte vor dem Schicksal vieler anderer Bahnhöfe im Oldenburger Land, dem Abriss, bewahrt werden.

Bild: Ehem. Bahnhof Westerstede    ©Heiner Stolle

Eisenbahnstrecke Ocholt - Westerstede - Grabstede - Ellenserdamm

Am 01.09.1876 wurde die Schmalspurbahn Ocholt - Westerstede eröffnet, nachdem zwischen 1893 bis 1896 die Vareler Nebenbahnen die friesische Wehde nach Norden hin erschlossen hatten, hatte sich im südlich davon gelegenen Ammerland schon bald der Wunsch geregt auch an dieses Eisenbahnnetz angeschlossen zu werden. Bereits am 01.11.1893 war die Bahnstrecke Bockhorn - Grabstede eröffnet worden und mit der Umspurung der Strecke Westerstede-Ocholt 1904 waren die Voraussetzungen dafür gegeben.

Am 1. Oktober 1905 wurde die Bahnlinie zwischen Grabstede und Westerstede von Norden her geschlossen. Anfangs verkehrten auf der Strecke sogenannte Omnibuslokomotiven, Lok und Wagen waren so eingerichtet, dass man während der Fahrt vom Führerhaus durch den Zug bis ans Ende desselben gehen konnte. Der Betrieb auf der Durchgangsstrecke führte bald zur Erweiterung der Gleisanlagen verschiedener Bahnhöfe. Ellenserdamm wurde zu einem Endpunkt und Umsteigebahnhof, wodurch auch dort größere Bahnanlagen entstanden. Zwischen den Kriegen blieben die Verkehrsverhältnisse stabil, sogar ein Triebwagen war in Westerstede stationiert.

Im Sommer 1927 verkehrten zwischen Ocholt und Westerstede 7 Personenzugpaare, drei fuhren davon bis Ellenserdamm, einer bis Bockhorn weiter. Zwischen Bockhorn und Ellenserdamm verkehrten insgesamt 8 Personenzugpaare. Um 1930 gab es sogar ein Zugpaar, dass werktags die Strecke Oldenburg – Westerstede befuhr.  Im Jahre 1939 verkehrten werktags 11, sonnabends sogar 12 Zugpaare zwischen Ocholt und Westerstede, 3 (Sa 4) davon fuhren bis Ellenserdamm und einer bis Bockhorn weiter. Zwischen Ellenserdamm und Bockhorn verkehrten außerdem noch 6 Zugpaare, die ab Bockhorn weiter in Richtung Neuenburg fuhren.

Gegen Ende des 2.Weltkrieges wurde die Strecke wiederholt von feindlichen Tieffliegern unter Beschuss genommen, wodurch es zahlreiche Tote und Verwundete unter dem Bahnpersonal zu beklagen gab. Erst im Spätsommer 1945 konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden und die Hamsterfahrten aufs Land bestimmten den Alltag. Im letzten Jahr des Personenverkehrs fuhr nur noch ein Zug auf der Gesamtstrecke von Ocholt nach Ellenserdamm, in der Gegenrichtung waren es immerhin noch zwei. Dabei kam es, wie die NWZ 2005 zu berichten weiß, zu teilweise merkwürdigen Verbindungen, aus dem Sommer-Fahrplan 1953 konnte man danach folgende Fahrt eines Schienenbus ablesen: Wilhelmshaven ab 13.48 Uhr, Varel ab 14.30 Uhr, Bockhorn ab 14.59 Uhr, Ocholt ab 16.02 Uhr, Cloppenburg an 17.39 Uhr.

Im Jahre 1951 gab es noch die Stationen: Ellenserdamm – Steinhausen – Bockhorn – Grabstede – Moorwinkelsdamm – Eggelog – Linswege – Westerstede – Südholt – Ocholt.

Am 23.Mai 1954 wurde der Personenverkehr auf der Gesamtstrecke Ocholt – Ellenserdamm eingestellt. Auf der Strecke Ellenserdamm über Bockhorn bis Westerstede wurde der Güterverkehr zum 1. September 1966 eingestellt, noch im selben Jahr begann der Abbau der Gleise zwischen Ellenserdamm und Bockhorn sowie zwischen Grabstede und Linswege. Obwohl von der Betriebspflicht entbunden, führte die Deutsche Bundesbahn zwischen Bockhorn und Grabstede noch bis zum 2. Juni 1991 Güterverkehr durch. Im Mai-Juni 1992 wurde dann aber auch dieser Streckenabschnitt abgebaut.  Auf der Reststrecke Westerstede - Ocholt wurde noch bis zum 31.12.2001 der Güterverkehr für eine Möbelfirma abgewickelt und seit 22.07.1995 auch noch ein touristischer Personenverkehr mit dem Ammerländer Schienenbus der Museumseisenbahn Ammerland-Saterland durchgeführt.

Auch wenn der Eisenbahnverkehr zwischen Westerstede und Ocholt ab 01.01.2002 endgültig eingestellt wurde, konnte der Abbau der Schienen verhindert werden und so werden dort nunmehr Draisinenfahrten angeboten. Der Draisinenbahnhof Westerstede befindet sich aber nicht am alten Bahnhof von Westerstede sondern am Rande des Ortes in der Baumschule Böhlje. Es gibt auf der eingleisigen 7 km langen Strecke 3 Haltepunkte, beim Aufenthalt müssen die Draisinen von der Schiene genommen werden, damit nachfolgende Draisinen vorbei fahren können. Bei unserer Fahrt am 30.07.2006 hatten wir das Glück, dass hinter uns keine weiteren folgten, da wir die 3 letzten Draisinen benutzten. Zu beachten ist, dass bei Bahnübergängen der Straßenverkehr immer Vorfahrt hat. Beim Übergang der Kreisstraße nach Torsholt ist der Schienenstrang aus Gründen der Verkehrssicherheit durch eine Schranke gesperrt, diese muss von den Benutzern der Draisinen per Hand geöffnet werden. Am Ziel am Ostbahnhof Ocholt konnten die Wagen der Museumseisenbahn Ammerland-Saterland besichtigt werden, die von Mai bis September zwei Mal im Monat ins Saterland fährt. Da die Draisinenstrecke eingleisig ist darf z.B. von 14 – 16 Uhr nur die Strecke in Richtung Ocholt befahren werden, von 16 – 18 Uhr konnte man dann wieder Richtung Westerstede zurück radeln.

Weitere Informationen findet man hier

Varel - Neuenburg/Varel - Rodenkirchen

Noch ein Blick auf weitere Strecke der Vareler Nebenbahnen, während die 1,4 km lange Strecke Ellenserdamm - Ellensersiel und die 2,7 km lange Strecke Varel - Varelerhafen den Güterverkehr dienten, wurde die 19 km lange Strecke mit den Stationen Varel – Langendamm – Borgstede – Rahling – Kranenkamp – Bockhorn – Zetel – Schweinebrück – Neuenburg auch für die Personenbeförderung genutzt. Im Fahrplan 1927 und 1939 ist auch noch ein Zugpaar verzeichnet, dass von Varel über Borgstede nach Bramloge verkehrte, die 3,63 km lange Stecke Borgstede - Mühlenteich – Buttersheide – Bramloge wurde wie der Abschnitt Varel - Borgstede bereits am 01.01.1893 eröffnet, während die Abschnitte Borgstede - Bockhorn am 01.12.1893, Bockhorn - Zetel am 10.05.1894 und Zetel - Neuenburg am 01.04.1896 folgten. Laut Fahrplan von 1944 fuhr aber zwischen Borgstede und Bramloge schon kein Personenzug mehr. 

Auch auf der Strecke Varel - Neuenburg wurde der Personenverkehr am 23.05.1954 eingestellt, der Güterverkehr folgte bis Anfang der neunziger Jahre. Der Bundesminister für Verkehr genehmigte der Deutschen Bundesbahn die Stilllegung offiziell zum 1. August 1993. Die Bahnverbindung von Varel bis Rodenkirchen, die offiziell nicht zu den Vareler Nebenbahnen gerechnet wird, wurde erst 1913 eröffnet, die 22 km Strecke mit den Stationen Varel – Hohenberge – Diekmannshausen – Schweiburg – Schweierzoll – Schwei – Rodenkirchenerwurp – Rodenkirchen war bis 1958 im Betrieb. 

Ocholt - Friesoythe - Cloppenburg

Im Jahre 2008 bestand die Eisenbahnstrecke zwischen Ocholt und Scharrel 100 Jahre, am 01.09.1908 wurde dieses letzte Teilstück der Strecke Cloppenburg – Friesoythe – Ocholt eröffnet. Laut Winterfahrplan 1937/1938 verkehrten 2 Zugpaare zwischen Ocholt und Cloppenburg, 4 Zugpaare verkehrten nur zwischen Ocholt und Friesoythe und 2 Zugpaare nur zwischen Friesoythe und Cloppenburg. Alle Züge verkehrten in der 3. Klasse.

Im Sommer 1968 gab es werktäglich nur noch ein Zugpaar (2.Klasse). Der um 5.12 Uhr in Oldenburg gestartete Zug fuhr um 5.56 Uhr ab Ocholt nach Cloppenburg, wo er um 7.38 Uhr eintraf. Der Gegenzug fuhr um 13.27 Uhr in Cloppenburg ab und traf um 15.02 Uhr in Ocholt ein, Oldenburg erreichte dieser Zug um 15.39 Uhr. Vor 40 Jahren am 29.08.1968 kam für den Reiseverkehr das aus, da die kombinierte Straßen-Eisenbahnbrücke, die kurz vor Sedelsberg  über den Küstenkanal führte abgerissen wurde. Diese Brücke hatte zwei 1945 zerstörte Brücken jahrelang ersetzt. Nachdem aber eine neue Straßenbrücke  über den Kanal gebaut worden war, hatte die Straßenbaubehörde kein Interesse mehr auch die Kosten für die kombinierte Brücke weiterhin zu übernehmen, auch die Bundesbahn zeigte kein Interesse mehr an der Eisenbahnstrecke, so dass die Eisenbahnbrücke nicht erneuert wurde. Der Streckenabschnitt zwischen Sedelsberg und Friesoythe wurde daher damals stillgelegt. Auf den beiden Teilabschnitten bestand seither nur noch Güterverkehr. Mehr über diese Streckenabschnitte erfahrt ihr auf dieser Seite weiter unten.

Der VLV-Friesoythe-Express auf Oldenburger Strecken

Bereits am 25.Februar 2006 war der VLV mit seinen Historischen Doppelstock-wagen im Oldenburger Land zu Gast. Befahren wurde nach 21 Jahren wieder die Strecke ins Saterland von Ocholt nach Sedelsberg. Leider konnte ich selbst damals nicht an dieser Fahrt teilnehmen. Laut meinem Bruder konnte der Zug der pünktlich in Oldenburger HBF ankam, erst mit Verspätung abfahren, da die Strecke nach Leer, die wegen eines Unfalls bei Augustfehn gesperrt war, erst kurz vor Abfahrt des VLV-Zuges wieder freigegeben wurde und zunächst die regulären Züge abgefertigt wurden. Die Verspätung wurde aber wieder eingeholt, da man nur bis Scharrel fahren konnte, da eine Weiterfahrt nach Sedelsberg wegen Bauarbeiten an diesem Wochenende nicht möglich war. Trotzdem freute er sich nach langer Zeit wieder mal eine VLV-Fahrt mitgemacht zu haben.

Am 24.Februar 2007 fast auf den Tag genau ein Jahr nachdem das nördliche Teilstück der früheren Eisenbahnnebenstrecke Cloppenburg-Ocholt vom VLV bereist wurde, war diesmal die südliche Teilstrecke Ziel des VLV-Doppelstock-wagen. Diesmal konnte ich auch selbst ab Bremen-Neustadt an der Fahrt teilnehmen. Obwohl der Zug erst mit einer Verspätung von 90 Minuten in Bremen-Neustadt eintraf und auch das Wetter nicht so mitspielte, war es doch ein interessanter Tag.

Der VLV-Wagen 2006 auf freier Strecke und am Kanal in Elisabethfehn noch fehlt der neue Anstrich. Fotos:©Heiner Stolle

Der Bahnhof in Bremen-Neustadt führt eher ein Schattendasein, das Gebäude ersetzte 1931 das  schönere alte Gebäude aus der Kaiserzeit.  ©Klaus-Dieter Stolle

Zunächst ging es unter Umfahrung des Hauptbahnhofs Oldenburg von der Hauptstrecke Bremen-Oldenburg über die vor Oldenburg am Hemmelsbäker Kanalweg liegende Kurve, die sonst nur von Güterverkehr benutzt wird, auf die Strecke Oldenburg-Osnabrück. In Cloppenburg angekommen, musste die Diesellok V200 033 der Hammer Eisenbahnfreunde erst umgespannt werden, da die vor kurzen reaktivierte Strecke nach Friesoythe vom Bahnhof Cloppenburg in nördlicher Fahrtrichtung verläuft. Von Cloppenburg nach Friesoythe fuhr der frisch lackierte Historische Doppelstockwagen, der inzwischen 70 Jahre auf dem Buckel hat auf dieser alten Strecke zunächst an den Orten Garrel und Bösel vorbei, danach erreichten wir den Bahnhof Friesoythe Hauptbahnhof der Museumseisenbahn Friesoythe-Cloppenburg e.V. Der frühere Bahnhof von Friesoythe lag noch etwas weiter in der Innenstadt, kann aber heute nicht mehr angefahren werden.

Fotos:©Klaus-Dieter Stolle

Die Lok Klaus leistet Schwerstarbeit beim Rangieren in Friesoythe

Die Lok Klaus der „Museumseisenbahn Friesoythe - Cloppenburg e.V.“  musste dann beim Rangieren im Industriegebiet von Friesoythe Schwerstarbeit leisten, damit der Zug wieder in Richtung Cloppenburg zurückfahren konnte. Anschließend wurde noch im Artland die Strecke Bersenbrück- Ankum der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn GmbH (ABE) befahren. In Ankum gab es dann 2 Stunden später als vorgesehen für die inzwischen ausgehungerten VLV-Freunde noch das vorgesehende Essen. Etwa um 18.25 ging es wieder heimwärts. Mehr über meine Fahrten mit dem VLV weiter unten auf dieser Seite.

Außerdem hier etwas über die besuchte Strecke:

Cloppenburg – Friesoythe 

Ab 1899 hatten verschiedene Delegationen des Großherzogtums Oldenburg bereits über einen Bahnanschluss von Cloppenburg nach Ocholt verhandelt, bevor in den Jahren 1904/1905 dann eine Normalspurbahn gebaut werden konnte. Die Streckenführung war so gewählt, dass viele Orte erreicht werden konnten. Am 1. Oktober 1906 wurde der erste Abschnitt von Cloppenburg nach Friesoythe eröffnet. „Um 9:15 Uhr vormittags fuhr der erste Zug, „Lok Heide“, blumengeschmückt, aus Friesoythe und brachte ca. 800 Personen zum Früh-schoppen nach Cloppenburg. Am 01.10.1907 wurde der Abschnitt Friesoythe – Scharrel und am 01.09.1908 die Reststrecke nach Ocholt in Betrieb genommen. Die Bahnstrecke wurde in den folgenden Jahren für Güter- und Personenverkehr reichlich genutzt. Ab Ende der 60ziger Jahre hatte allerdings das Auto den Bahn-verkehr fast vollständig abgelöst. Die Bahnhöfe und Haltestellen verfielen immer mehr. Zahlreiche Eisenbahn- und Heimatfreunde des Landkreises Cloppenburg fanden diesen Zustand unerträglich und schlossen sie sich zusammen um die historische Eisenbahnstrecke zu erhalten. Sie gründeten am 12.11.2003: den Verein  „Museumseisenbahn Friesoythe - Cloppenburg e.V.“. Aus eigenen Mitteln kaufte der Verein alte Schienenfahrzeuge und setzte sie wieder instand, schaffte Schienen, Weichen und Werkzeuge an und stellte in vielen Wochenend-arbeitsstunden teilweise den ursprünglichen Zustand der Haltestellen wieder her. An den Jubiläumstagen vom 30. September bis einschließlich 03. Oktober 2006 erinnerten sie an der wiederhergestellten Bahnstrecke, und boten auf ihren Fahrzeugen und denen anderer Eisenbahnvereine (Dampflok) Fahrten an. Dies soll dann künftig auch in den Sommermonaten fortgesetzt werden. Auf dem Teilstück von Ocholt nach Sedelsberg der Eisenbahnstrecke wird heute der Güterverkehr durch die Emsländische Eisenbahn abgewickelt. Die V100 der Emsländischen Eisenbahn bedient die Strecke werktags außer samstags, mo/mi/fr. wird gegen 11 Uhr ab Ocholt gefahren, di/do. gegen 8 Uhr. Hauptgüterkunde ist ein Torfwerk in Sedelsberg. An der Strecke gibt es jedoch auch noch weitere Anschließer. Personenverkehr findet dort noch in Form von Museumsbahnfahrten der Museumseisenbahn Ammerland-Saterland (MAS) von Mai bis September an 2 Tagen im Monat mit einer Schienenbusgarnitur statt. Im Winter gibt es Kohlfahrten mit dem Zug. Beginn der Fahrten: 14.00 Uhr, Ende ca. 18.45 Uhr, Bahnhof Westerstede-Ocholt. Anmeldung unter Tel.: 04488 - 19433 oder Tel.: 04409 - 211. oder per E-Mail: touristik@weserstede.de

Bahnstrecke Essen (Oldb) – Lewinghausen (– Haselünne - Meppen)

Am 12.08.1888 wurde in Anwesenheit des Oldenburger Großherzogs Nikolaus Friedrich Peter die gemeindeeigene Eisenbahnstrecke Essen (Oldb) – Löningen eröffnet. Inoffiziell erreichte aber bereits am 13.07.1888 der erste Zug von Essen aus Löningen. Am 01.04.1895 wurde die Eisenbahnstrecke vom Staat übernommen. Nachdem im Emsland 1894 die Bahnstrecke der Meppen – Haselünner Eisenbahn entstanden war, die 1899 bis Herzlake verlängert wurde,  gab es im Emsland Überlegungen diese Strecke mit der GOE Strecke zu verbinden. Am 01.09.1907 erfolgte dann die Eröffnung der von Löningen bis zur Landesgrenze (Lewinghausen) reichende Strecke und 1908 wurde der Anschluss an die Meppen-Haselünner Eisenbahn hergestellt. Die Strecke entwickelte sich in den Folgejahren hauptsächlich im Güterverkehr sehr positiv. Der Oldenburger Teil der Strecke ging am 05.05.1920 mit der GOE in den Besitz der Deutschen Reichsbahn über.

Im Jahre 1927 verkehrten insgesamt sechs Personenzüge von Löningen nach Essen (Oldb), davon kam einer aus Haselünne und zwei aus Meppen.  Von Meppen aus, verkehrte ein Personenzug bis Herzlake, ein weiterer endete bereits in Haselünne. Von Essen (Oldb) aus fuhren sieben Züge nach Löningen, einer fuhr davon bis Lewinghausen und zwei bis Meppen weiter. Ein weiterer Personenzug fuhr ab Löningen bis nach Meppen und einer ab Haselünne nach Meppen. Die 21 km lange Strecke Lewinghausen – Löningen – Essen (Oldb) wurde am 25.06.1962 für den Reiseverkehr von der DB stillgelegt, das Teilstück Lewinghausen bis Herzlake folgte am 21.05.1966. Im Winter 1966/67 fuhr an Werktagen morgens um 6.30 von Haselünne aus ein Personenzug nach Herzlake (6.45), der um 6.54 von Herzlake über Haselünne (7.19) nach Meppen (7.50) verkehrte. Um 7.40 fuhr ein weiterer Zug ab Haselünne nach Meppen (an 8.04) und um 9.55 von Meppen aus wieder nach Herzlake (10.56). Am Mittag verkehrten Züge von Herzlake (ab 12.13) nach Meppen (an 13.04) und von Meppen (ab 13.25) nach Haselünne ( an 13.55). Erst um 18.58 fuhr dann ab Meppen noch ein Personenzug nach Haselünne (an 19.29). Ansonsten gab es wie an Sonn- und Feiertagen nur Busverkehr. Am 31.12.1970 endete auch auf diesem Streckenabschnitt der Personenverkehr.

Bild oben: Alter Bahnhof Lewinghausen, unten: Bf Löningen Fotos 2010 Stolle

Am 26.05.1979 gab die DB die Strecke an die Meppen-Haselünner Eisenbahn ab. Auch heute noch wird die Strecke für den Güterverkehr der Emsländischen Eisenbahn von Meppen aus bis kurz vor Essen (Oldb) genutzt. Außerdem fahren dort noch Züge der Museumsbahn EHH Eisenbahnfreunde Hasetal e.V.

Hier noch einige interessante Links mit Beschreibungen der Strecken der G.O.E. der Bahnstrecke Bremen-Oldenburg-Wilhelmshaven, der Butjadinger Bahn und weiteren Strecken und Kleinbahnen.

Alte Bahnhöfe, Ruinen oder neu genutzt

Bahnhof Quakenbrück

Das alte Bahnhofsgebäude, das 2007 von der Stadt Quakenbrück angekauft wurde, ist heute in einen sehr traurigen Zustand. Im Jahre 2009 hieß es noch, das die Vorbereitungen für die Sanierung des  Bahnhofsgebäudes auf vollen Touren liefen und 2010 hier mit dem Beginn der Baumaßnahme zu rechnen sei, um die Gebäudesubstanz zu erhalten und dort ein kulturelles Zentrum einzurichten. Zurzeit sind aber zunächst nur die Fenster mit Holz zugenagelt worden. Es ist aber zu hoffen, dass dieses Bahnhofgebäude schon bald in neuen Glanz erstrahlt. Immerhin um das Gebäude herum ist man schon am pflastern.

Bahnhof 2009,  September 2010 und 2011

Ein Bahnhofsgebäude hatte es bei der Eröffnung der Bahnstrecke Oldenburg – Osnabrück in Quakenbrück zunächst nicht gegeben. Anfänglich wurden die Fahrkarten in einer Gastwirtschaft  ausgegeben, bis im November 1875 ein langgestreckter behelfsmäßiger Schuppen erstellt war, der die Funktion eines Bahnhofsgebäudes übernehmen musste. Es sollte dann noch 35 Jahre dauern, bis in Quakenbrück ein repräsentatives Bahnhofsgebäude enstand. Dieses Bahnhofsgebäude ruht auf einer Betonsohle, die zwischen alten Eisenbahnschienen hergestellt ist. Der Bau des 50 Meter langen Tunnels unter den Gleisen  bereitete wegen des hohen Grundwasserstands erhebliche Schwierigkeiten. Am 9. November 1909 waren Rohbau und Tunnel fertiggestellt. Am 2. Juli 1910 wurde das Bahnhofsgebäude feierlich eröffnet. Die Baukosten für das Empfangsgebäude betrugen 95.000 Mark für das gesamte Bahnhofsprojekt wurden 960.000 Mark aufgebracht. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bahnhofsgebäude mehrere Male Ziel feindlicher Luftangriffe, das Gebäude selbst blieb glücklicherweise unversehrt erhalten.

Bahnhof Aurich

Der Auricher Bahnhof wurde 1883 eingeweiht, er war der Endpunkt der Bahnstrecke, die bei Abelitz von der Bahnstrecke Emden – Norden abzweigte, der Personenverkehrs wurde bereis 1967 eingestellt. Das Bahnhofsgebäude wird nach seinem Umbau seit 1995 von einem Auricher Gymnasium genutzt. Im Jahre 1986 unternahm der VLV eine Sonderfahrt mit dem Doppelstockwagen nach Aurich, wo man ihn mit einer Musikkapelle begrüßte. Seit Anfang der 90er wurde die Strecke für den Güterverkehr nicht mehr genutzt und die Gleise überwucherten. Am 04.04.2008 wurde aber der Güterverkehr wieder aufgenommen, um Teile von Windkrafträdern, die in Aurich hergestellt werden nach Emden zu transportieren.

Bahnhof Aurich 2010 und 1986. Foto ©KD-Stolle

Museumseisenbahnen in Nordwestdeutschland

Zwischen Ems und Elbe findet der Eisenbahnfreund inzwischen auf verschiedenen Strecken historische Eisenbahnen, hier eine kleine Auswahl mit der entsprechenden Homepageangabe.

Oldenburger Land

Im Oldenburger Land fährt die Museumseisenbahn Ammerland - Saterland e.V ab dem 01.09.2007 nun von Bad Zwischenahn aus nach Scharrel bei Bedarf auch nach Sedelsberg. www.museumsbahn-ammerland.de/

Zug der Museums-eisenbahn Ammerland-Saterland. Er kommt neben den Triebwagen auch noch zum Einsatz. (Kohlfahrten usw.)Foto:©Klaus-Dieter Stolle

Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde

Die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn besteht schon seit dem 06.06.1912, der Personenverkehr wurde am 23.09.1967 eingestellt. Seit 1998 betrieb die DHE auch die Nebenbahn Delmenhorst – Lemwerder. Zusammen mit den Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde e.V. werden mit dem Museumszug „Jan Harpstedt“ Fahrten von Harpstedt nach Delmenhorst veranstaltet.

Bis zum 30.12.2009 gab es auch Fahrten auf der Strecke von Delmenhorst nach Lemwerder, als letzte Bahnstrecke im Land Oldenburg wurde diese Nebenbahn am 01.11.1922 durch die Deutsche Reichsbahn in Betrieb genommen. Während der reguläre Personenverkehr bereits am 27.März 1962 endete, wickelte zwischen 1963 und 1966 im Auftrag der Deutschen Bundesbahn die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn den verbliebenen Güterverkehr ab. Anschließend gab es auf der Strecke nur noch Sonderfahrten, bevor der Betrieb wegen Baufälligkeit der Strecke zunächst ganz eingestellt werden mußte. Nachdem 1998 die Kommunen die Strecke kauften, gab es seit 2001 regelmäßige Fahren des Museumszuges der DHEF. Zum Jahresende 2009 wurde die Strecke zwischen Hasbergen und Lemwerder gesperrt. Am 30.12.2009 gab es noch zwei letzte Sonderfahrten mit Dampf, damit endete nach 87 Jahren und zwei Monaten der Zugverkehr nach Lemwerder. Siehe hierzu auch einen Bericht der NWZ, sowie die Seite der DHEF unter   Jan Harpstedt

Jan Harpstedt in Delmenhorst            ©Heiner Stolle                                     

Bild: Bruchhausen-Vilsen         ©Heiner Stolle

Landkreis Diepholz

Der Landkreis Diepholz grenzt unmittelbar ans Oldenburger Land und die Grafschaft Bruchhausen wurde etwa von ca. 1150 - 1338/1384 von der Oldenburger Grafenlinie Oldenburg-Wildeshausen-Bruchhausen regiert. Im 19.Jahrhundert überlegte Bismarck sogar mal die Grafschaft Hoya im Tausch mit Birkenfeld dem Großherzogtum Oldenburg einzugliedern, was der Großherzog jedoch ablehnte. Aber auch ohne diese Verbindung mit Oldenburg ist hier ein Abstecher in den Landkreis Diepholz unumgänglich, denn die erste Museumseisenbahn Deutschlands hat ihr Zuhause in Bruchhausen-Vilsen. Verschiedende Dampfloks und Triebwagen verkehren regelmäßig auf der acht Kilometer langen Schmalspurstrecke von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf. Außerdem kann man hier ein Kleinbahn-Museum besuchen.

Museumseisenbahn Bruchhausen-Vilsen

Der T41 (Ameisenbär) am 01.Mai 2009 im Bf Bruchhausen-Vilsen ©2009 Heiner Stolle

Von Mai bis September fährt zweimal im Monat auf der Strecke Eystrup-Hoya-Bruchhausen-Vilsen-Syke der historische Triebwagen T3 mit Namen - "De Kaffkieker" - durch Geest und Marsch. Weitere Informationen und den genauen Fahrplan unter Kaffkieker

Historische Lokomotiven der Oldenburger Staatsbahn

Die "Landwührden" Die erste Lokomotive "Landwührden" lieferte Krauss im März 1867 an die Oldenburgische Staatsbahn. Es war zu gleich das Erstlingswerk der jungen Lokomotivenfirma Krauss in München. Der Name wurde vom Auftraggeber gewählt; sie taufte ihre Lokomotive auf die Namen von norddeutschen Landstrichen. Die Bayerische Staatsbahn bezog ihre Lokomotiven (seit 1841) von den Maffei-Werken. Bevor die "Landwührden" ihren Dienst aufnahm, wurde sie auf der Pariser Weltausstellung 1867 vorgeführt und erhielt dort eine Goldmedaille.

Die Fahrzeuge der Baureihe 50.70, G1 waren Güterzuglokomotiven der Großherzoglich Oldenburgische Staatseisenbahnen. Die Lok war sowohl für den Betrieb mit Schlepptender als auch als Tenderlok ausgelegt. Von der Reichsbahn sollten insgesamt 19 Maschinen übernommen werden und die Nummern 51 7001 - 51 7019 erhalten. Auf der Weltaustellung 1867 erhielt ein Exemplar dieser Lok, es trug den Namen Landwürden, eine goldene Medaille. Diese Maschine befindet sich heute im Deutschen Museum in München. Die Fahrzeuge waren mit Schlepptendern der Bauart 2 T ausgestattet.

Die T3

Die T3 wurde zum Inbegriff der Kleinbahnlokomotive. Gerade weil sie Dank ihrer Einfachheit und Unkompliziertheit unter den vorherrschende Betriebsbedingungen ein sehr wirtschaftliches Traktionsmittel darstellten. Für die gestiegenen Anforderungen im Verschiebedienst beschaffte die Großherzoglich Oldenburgische Eisenbahn (G.O.E.) zwischen 1898 und 1925 insgesamt 15 Lokomotiven. Die T3 der G.O.E. fanden ein weiteres Einsatzfeld im Zugdienst auf Nebenstrecken. Diese zweite Ausführung hatte eine Rostfläche von 1,35m² bei einer Heizfläche von 59,1m². Alle im Zugdienst stehenden Lokomotiven erhielten neben der Heberlein-Bremseinrichtung eine Luftdruckbremse. Die Lokomotiven für den Verschiebedienst erhielten diese Einrichtungen nicht. Zudem waren die Rostfläche auf 1,0m² und die Heizfläche auf 57,2m² reduziert. Im Umzeichnungsplan der DRG von 1925 wurden alle oldenburgischen T3 umnumeriert und übernommen. Die Deutsche Reichsbahn hat die T3 der G.O.E. abweichend vom üblichen Schema als 98 201 - 98 215 eingereiht.

www.kdtroeger.de/d.htm

Rückblicke auf Eisenbahnsonderfahrten

Mit dem VLV unterwegs

Ab 1986 habe ich mit meinen Bruder an mehreren Fahrten des Vereins Lübecker Eisenbahnfreunde (VLV) teilgenommen. Mein Bruder Heiner hatte bereits am 02.03.1985 mit dem „Ammerlandexpress“ eine VLV-Fahrt gemacht, bei der u.a. die Strecke Bad Zwischenahn bis Edewechterdamm befahren wurde. Meine 1.Tagesfahrt unternahm ich am 15.03.1986 mit dem „Nordwestexpress“. In Hude bestiegen wir den aus Lübeck kommenden Historischen Doppelstockwagen der Lübeck-Büchener Eisenbahn und fuhren nach Brake. Von dort wurde die so genannte „Gummibahn“ bis nach Großenmeer befahren, die kurz vor den Abriss stand. Von dort ging es zurück nach Hude und über Oldenburg ging die Fahrt nach Emden-Außenhafen. Bevor wir nach Oldenburg zurückkehrten, wurde noch die still gelegte Strecke zum Bahnhof Aurich befahren, wo uns eine Musikkapelle begrüßte. Als erstes lernte ich bei dieser Fahrt, dass man es unbedingt vermeiden sollte, zwischen dem Zug und den Fotografen zu stehen, da dies ein wütendes Geschrei auslöst, es gibt nämlich nichts Schlimmeres für den Eisenbahnfan, als das sich neben dem Motiv auch ein menschliches Wesen auf dem Foto befindet.

Mein Bruder nahm vom 21.04. bis 23.04.1988 an der VLV – Mehrtagestour, die zunächst ins Sauerland führte teil. Diese schloss eine Besichtigung der Brauerei in Warstein mit ein. Am 23.04 1988 führte die Fahrt weiter über Oldenburg nach Harle weiter. Ich hatte mich zur Ankunft des Zuges im Oldenburger Hauptbahn-hof eingefunden und erkannte unter den Teilnehmer auch bekannte Gesichter von 1986. Ich begleitete den Zug mit dem Auto bis Harlesiel, da ich dort meinen Bruder abholte, der auf das Inselprogramm Wangerooge verzichtete. Ich entschloss mich damals an der nächsten Fahrt des VLV, die er mitmachen würde auch teilzunehmen und so fuhren wir am 20.07.1990 von Hamburg mit dem „VLV-Skagenexpress“ zunächst über Flensburg nach Aalborg/Dänemark. Die Zugfahrt am 21.07. führte uns von Aalborg nach Frederikshavn zur Skagenbahn, die ihr 100jähriges Bestehen feierte. Es wurde natürlich auch eine Zugfahrt nach Skagen unternommen. dort waren einige Museumsfahrzeuge zu besichtigen, darunter befand sich auch das auf dem unteren Bild zu sehenden Strecken-bereisungsfahrzeug. An der Nordspitze Jütlands konnte man sich auch ein Bild von den gewaltigen Wanderdünen machen, die selbst vor einer Kirche keinen halt machten. Nach einer weiteren Übernachtung in Aalborg, fuhren wir am 22.07. zunächst nach Struer, wo man einen modernen Zug der dänischen Bahnen besichtigen konnte. In Ahlbaek besuchten wir noch die Kleinbahn über Holstebro - Frederica - Kolding ging es zurück nach Hamburg. Wegen der verspäteten Ankunft verpassten wir dort unseren Anschlusszug, glücklicherweise wurde uns erlaubt bis Bremen in einem reinen Schlafwagenzug mitzufahren, der dann sogar noch für ein junges Mädchen in Rotenburg hielt. 

Strecken-bereisungs-fahrzeug Foto:©Heiner Stolle

Bilder: vom Bf Müncheberg und dem Zwangsaufenthalt in Podelzig (Fotos Heiner Stolle)

Am 25.04.1991 folgte eine Mehrtagesfahrt in die neuen Bundesländer. Dafür musste man allerdings schon am Vorabend ab Oldenburg starten um früh morgens am HBF Lübeck zu sein. Von dort ging es über Bad Kleinen, Neustrelitz, den Berliner Ring nach Müncheberg. Von dort mit dem auf den unteren Bild abgebildeten Elektrotriebwagen nach Buckow.

Nach der Rückehr wurde auf dem Bahnsteig in Müncheberg ein improvisiertes Mittagessen eingenommen. Danach fuhren wir mit dem VLV-Zug von Müncheberg Richtung Kietz, kurz vor Kietz ging es weiter in südlicher Richtung.

Nach einem Zwangsaufenthalt in dem am Ende der Welt liegenden Bahnhof Podelzig  (s.Bild) ging es über Frankfurt (Oder) zum Tagesziel Altenberg zwecks Übernachtung in einem ehemaligen FDGB-Heim. Der 2.Tag führte uns nach Radebeul, von dort wurde eine Fahrt mit dem Dampfzug nach Radeburg unternommen. Das Ziel war Senftenberg, der Übernachtungsort für die nächsten zwei Nächte. Als erstes erwartete uns ein Abendessen in einer Konsumgaststätte. Statt der geplanten Hotelunterkunft gabs Privatunterkünfte. Die Zugfahrten führten u.a. noch nach Bautzen, Zittau und die Sächsische Schweiz. Am 29.04.1991 ging es über Rosslau, Brandenburg und Rathenow wieder heimwärts. Foto:©Klaus-Dieter Stolle

Es folgte am 26.09.1992 eine Tagesfahrt mit dem VLV-Sonderzug Heide-Börde-Express. Wir stiegen in Braunschweig zu und fuhren im historischen Steuerwagen zunächst nach Salzgitter-Watenstedt zur Besichtigung des Werkmuseums der Firma Linke-Hofmann-Busch anschließend ging es weiter nach Staßfurt auf das Gelände des Traditions-Bahnbetriebswerkes Staßfurt (siehe Bild unten). Über Magdeburg, wo wir noch einen unfreiwilligen Aufenthalt bei Biederitz hatten ging es nach Lehrte und dann Richtung Heimat.

Weitere Fahrten folgten: vom 30.10. bis 01.11.1992 nahm ich an der Fahrt mit dem Thüringen Express zunächst nach Gotha. Vom Bahnhof fuhren wir mit der Gothaer Waldstraßenbahn über Land An einen Bahnhof erwartete uns der VLV-Zug der uns nach Suhl brachte. Von dort wurden Fahrten in den Thüringer Wald und nach Schweifurt unternommen.

Vom 15.09. bis 18.09.1994 ging es von Lehrte zur Sektkellerei Rotkäppchen in Freyburg, nach Karlsbad (Becherovkakeller), in die Sächsische Schweiz mit Elbschifffahrt von Königstein nach Pirna, weiter nach Chemnitz, Schwarzenberg, Zwickau und Amerika (allerdings in Sachsen). Vom 31.08. bis zum 03.09.1995 fuhren wir nach Chemnitz, Seiffen, Prag. Vom 06.09.1996 bis zum 09.09.1996 ging es über Wittenberg nach Cottbus, Görlitz, Löbau, und in den Fläming. Bei dieser Tour durfte ich auch mal auf der Lok mitfahren.

http://www.vlv-luebeck.de/ 

Bahnbetriebswerk Staßfurt Foto:©Heiner Stolle

Begegnung des Ameisenbär mit einem Dampfzug und Vorderansicht des T41 in Bruchhausen Fotos: ©Heiner Stolle

Neben den Fahrten mit dem VLV habe ich auch an Sonderfahrten anderer Veranstalter teilgenommen, so wurden unter anderen die Strecken der Wittlager Kreisbahn, der Delmenhorst-Harpstedter-Eisenbahn oder der Museumseisenbahn in Bruchhausen besucht. Außerdem ging es mit der VT08 ins Emsland. Auf diesen Fahrten sind folgende Fotos entstanden:

Eine Interessante Internetseite für Dampflokfans www.dampflokwerk.de/deutsch/index.htm

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